"Der Muri" textet "Bochum" um für Klub aus Lünen

„Am Rand' von Lünen, wo die Bauern noch fahren...", Wir sind keine Großmacht ...“, „Sind um den Rasen zu beneiden ...“ Und? Erkannt? Nein, es ist nicht „Bochum“ von Herbert Grönemeyer. Aber das Lied hat den gleichen Rhythmus, die gleiche Melodie. Es ist die neue Vereinshymne des Lüner Fußball-Kreisligisten TuS Niederaden.

Niederaden.. "Eine Schnapsidee", sagt Niederadens Vorsitzender Sascha Holz. "Wir waren der Meinung, wir könnten mal ein Vereinslied benötigen." Gut, dass die Niederadener seit einiger Zeit über beste Kontakte in die Welt der Fußball-Musik verfügen. Marius Müller, Künstlername "Der Muri", ist liiert mit Yasmin Ruchotzke, Spielerin im Team der Landesliga-Frauen des TuS. Müller, gebürtiger Bergkamener und nach zehnjährigem Intermezzo in Berlin zurück im Ruhrgebiet, ist als selbstständiger Musiker und Produzent in Lünen aktiv. Hier wohnt er jetzt auch.

Seine auf Borussia Dortmund umgetexteten Versionen bekannter Hits sind unter den Fans längst Kult. Zum Auftakt der Saison 2010/2011 gab es erste Songs wie "Wacker, Wacker" und "99 Punkte". Der ganz große Wurf gelang ihm allerdings mit dem Lied "Major Klopp", das auf einer Umtextung des Liedes "Major Tom" von Peter Schilling basiert.

Niederadens Marketingbeauftragter David Beinhauer, Holz und Müller setzten sich zusammen, überlegten, was zum TuS Niederaden passen würde. Die Wahl fiel auf Grönemeyers Hit "Bochum". "Das passt einfach zum Ruhrgebiet", so Holz.

Der Vorsitzende selbst verfasste anschließend die Zeilen. Und traf damit den Nerv Müllers. "Das war auf Anhieb perfekt", sagt der Produzent. "Ich bekomme häufig Texte zugeschickt, an denen ich dann noch rumdoktern muss. Bei Saschas Text war das nicht der Fall. Das passte sofort", so der 32-Jährige.

Auch für "Der Muri" war es eine Premiere. "Kleinere Vereine sind bisher nicht auf mich zugekommen", sagt er. "Aber durch Yasmin bestand ja die Verbindung zum TuS." Schließlich schaut sich auch Müller möglichst viele Spiele der Landesliga-Frauen an der Kreisstraße an.

Seit seinem fünften Lebensjahr spielt der Musiker Schlagzeug, zum gleichen Zeitpunkt begann er auch mit dem Singen. Mit Grönemeyers Song kam er dementsprechend leicht zurecht. Und auch mit der markanten Stimme des Weltstars. "Ich kann ihn ziemlich gut nachmachen. Darauf bin ich spezialisiert. Es war Zufall, dass die Niederadener sich einen Grönemeyer-Song ausgesucht haben."

Tatsächlich ist Müllers Stimme in der endgültigen Version der Vereinshymne "Niederaden" von der des Bochumers kaum zu unterscheiden. "Ein paar Stunden hat die Arbeit in meinem Heimstudio gedauert. Das Gefühl für den Song hatte ich recht schnell", so "Der Muri".