Der erste Auftritt war vielversprechend
05.08.2012 | 19:58 Uhr 2012-08-05T19:58:00+0200
Die offizielle Saisoneröffnung werden die BVB-Handballerinnen vor dem ersten Meisterschaftsspiel noch zelebrieren. Gestern gab es den ersten interessanten Auftritt nach der Sommerpause. Gegner in der Halle Wellinghofen war Bundesligist HSG Blomberg-Lippe und das Ergebnis mit 31:35 (12:14) im Rahmen der Erwartungen.
Diese Erwartungen wurden in den ersten Minuten allerdings bei weitem übertroffen. Nach acht Minuten, in denen die BVB-Angreiferinnen scheinbar mühelos durch die Deckung der Gäste marschierten, stand es 8:3, die Zuschauer trauten ihren Augen nicht.
Ebenso ging es Blombergs Trainer Andrè Fuhr, der im ersten Timeout seine Damen zur Ordnung rief. Von einer Minute auf die andere stand die Gäste-Deckung aufmerksam und aggressiv, die Borussinnen erlebten jetzt ein ganz anderes Spiel, und zwölf Minuten später war aus dem 8:3 ein 9:12 geworden.
„Die Mädels waren völlig platt“
All das war für BVB-Trainerin Alice Vogler nach dem Spiel kein Thema. „Wir haben ein tolles Trainingslager hinter uns, alle sind gesund, und für knapp eine Woche Ballarbeit war das heute absolut in Ordnung.“ Während die Trainerin ihre entspannte Analyse zu Protokoll gab, klatschten hinter ihr die Spielerinnen im Rhythmus der Auslauf-Musik, demonstrierten beste Laune – das Wir-Gefühl in diesem Team scheint in der Tat perfekt zu sein.
Sicher noch weit entfernt von perfekt waren vorher die 60 Minuten auf dem Parkett gelaufen, aber sehr vielversprechende Ansätze gab es allemal. Vom gut durchgespielten Offensiv-Konzept bis zur konzentrierten 5:1-Deckung und dem folgenden Tempoangriff, was fehlte, war die Konstanz. Den guten Momenten folgten immer wieder auch die schlechten. „Wir haben täglich drei Einheiten absolviert, heute auch schon zwei – die Mädels sind völlig platt“, erklärte Alice Vogler und schob vielsagend hinterher: „Der Gegner hat heute noch nicht trainiert.“
Im Mittelpunkt des Interesses lag naturgemäß der Auftritt der Neuzugänge: Jana Kokot bewies klassische Kreisläufer-Qualitäten, obwohl sie in Oythen auch oft im Rückraum gespielt hatte. Die Australierin Sally Potocki beeindruckte mit aufmerksamem und physisch starkem Defensivspiel; vier Tore erzielte sie obendrein. Die Niederländerin Anouk van de Wiel hatte gestern noch keine ärztliche Spielfreigabe.
BVB: Trodler, Weste; Tomlik, Kowalska (2/1), Schäfer (3), Spriestersbach (6/2), Glathe (2/1), Kokot (3), Porvaznikova (3), Potocki (4), Kocevska (4/2), Wolf (1), Kramer (3), Stallmann.
Zuvor hatte die zweite Mannschaft des BVB gespielt – und gegen Drittliga-Konkurrent HSG Menden-Lendringsen einen 32:28-Sieg eingefahren. „Dafür, dass wir im spielerischen und taktischen Bereich praktisch noch gar nicht gearbeitet haben“, sagte Trainerin Sandra Rother, „war das schon sehr ordentlich.“ Neben aus der A-Jugend aufgerückten Nachwuchsspielerinnen ist der Kader gegenüber der Vorsaison nur auf einer Position ergänzt: Mit Katrin Premm kam ein Zufalls-Neuzugang aus Trier. Die 20-Jährige studiert ab dem Wintersemester in Dortmund.
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