Der DFB nominiert die Schwerter Klems und Nebgen

Und plötzlich wandelt sich der deutsche Futsal doch sukzessiv zum Professionellen: Zum DFB-Futsal-Lehrgang in Kaiserau wurden die Holzpfosten Nils Klems und Marc Nebgen eingeladen. Aus dem Spielermaterial des Sichtungslehrgangs soll bald die deutsche Nationalmannschaft entstehen.

Schwerte.. Am Samstag waren ein Kölner und Westhofener Postbote für ein großes Grinsen zweier Holzpfosten-Futsaler zuständig. Als Nils Klems und Marc Nebgen ihren Briefkasten leerten, fanden sie dort einen Brief aus Frankfurt, wo der Deutsche Fußball-Bund sitzt. Der DFB schrieb, um die beiden zum Futsal-Lehrgang vom 1. bis zum 3. März in die Sportschule Kaiserau einzuladen.

Zugegeben: Der Name Futsal-Lehrgang löst nicht gerade überschwängliche Neugier aus. Jedoch verbirgt sich hinter dem vage formulierten Titel eine sehr ernsthafte Intention. Erstmalig kommen 28 Futsaler aus ganz Deutschland zusammen, um an einem vom DFB organisierten Sichtungstraining teilzunehmen.


Leiten wird dies Paul Schomann, Futsal-Trainer und -Experte beim größten Fußballverband der Welt. Er ist für die Umsetzung des Plans zuständig, der von ganz oben kommt: Eine offizielle deutsche Nationalmannschaft zu gründen. Außerdem verfolgt Schomann ein ehrgeiziges Ziel. Nach dem Futsalländerpokal vor einer Woche, wo er die Spieler scoutete, sprach er von geplanten Testspielen 2016 und der EM 2018 - alles im offiziellen weißen Dress des DFB.


Klems' Traum rückt näher


Marc Nebgen hat von den 28 Nominierten aus ganz Deutschland die wohl kürzeste Anreise nach Kaiserau. Als er Samstag von der Arbeit nach Hause kam, schnappte er sich hastig den Brief, um sich direkt zum Futsalspiel nach Siegen aufzumachen. Im Vollstress empfand er die Einladung als "ganz cool", wie er es Nebgen-typisch locker kommentiert. Bei Mitspieler Nils Klems kribbelt es derweil schon ein bisschen mehr. "Seit ich Futsal spiele", sagt er, "träume ich davon, dass es eine Nationalmannschaft gibt. Dass ich jetzt die Chance habe, davon ein Teil zu werden, ist etwas Großes und eine ziemliche Auszeichnung."


Der flotte Weg des deutschen Futsals hat somit den nächsten Schritt erreicht. Doch diesmal soll dieser auch einen markant-großen Abdruck hinterlassen. Auch Klems spürt die Professionalisierung: "Das Gefühl bekommt man tatsächlich. Futsal wird immer mehr gepusht und erreicht eine neue Leistungsebene." Nebgen und er sind nun vorerst Teil davon - bis vielleicht der nächste Brief aus Frankfurt kommt.