Der BVB räumt zwei von drei Titeln ab

Als der Begriff "Miss Handball in Dortmund" fällt, muss Dagmara Kowalska schmunzeln. Doch er trifft zu. Die 37-Jährige BVB-Spielerin wurde zu Dortmunds Handballerin des Jahres gewählt. An ihrer Seite: Dennis Zielony vom Soester TV als bester Handballer und die 15-jährige BVB-Jugendspielerin Leonie Kockel als Talent des Jahres.

Dortmund.. Dazu gesellten sich Kowalskas Mitspielerinnen Mandy Burrekers, Rafika Ettaqi, Stella Kramer, Karina Schäfer und Carolin Hohloch, die die Aufstiegsmannschaft des BVB vertraten. Vom Sportlichen Leiter gab es ein dickes Kompliment ans Team. "Die Mannschaft hat eine großartige Saison gespielt, allen Verletzungssorgen getrotzt und ist verdient aufgestiegen", sagte Jochen Busch. Dabei fuhr er sich mit der Hand durchs graue Haar und machte auch die abgelaufene Saison dafür verantwortlich. "Ich bin bestimmt noch einmal zehn Jahre älter geworden."

"Wichtiger Bestandteil"

Grund dafür war, dass der im Winter sicher geglaubte Aufstieg in die erste Bundesliga zwischenzeitlich mehr als gefährdet war. Dass es am Ende aber doch klappte, lag auch an Dortmunds "Miss Handball" Dagmara Kowalska. "Dagmara ist ein wichtiger Bestandteil gewesen, der uns zum Aufstieg geholfen hat. Die Mannschaft hat von ihrer Erfahrung profitiert", lobte Busch.


Die Polin selbst gab sich aber bescheiden: "Auch wenn sich Miss Handball gut anhört: Ohne Mannschaft stünde ich nicht hier", sagte Kowalska, die den BVB nach sechs Jahren verlässt und in der kommenden Saison den TV Aldekerk in der Oberliga coachen wird. "Ich habe hier beim BVB eine zweite Heimat gefunden, als Trainerin will ich jetzt eine neue Geschichte schreiben", erklärte sie.

Erst ab März im Einsatz

Seine ganz eigene Geschichte schrieb in der abgelaufenen Saison auch Dortmunds neuer Mister Handball: Dennis Zielony. Der Keeper konnte nach Kreuzbandverletzung erst im März ins Tor des Drittligisten Soester TV zurückkehren und musste zuvor mit ansehen, wie sein Team immer tiefer in den Tabellenkeller rutschte. "Am Ende hatte er entscheidenden Anteil daran, dass der STV die letzten sechs Spiele gewinnen und die Klasse halten konnte", sagte sein früherer Trainer und Geschäftsführer des Stadtsportbundes, Matthias Grasediek.


"Handballer des Jahres passt eigentlich nicht. Ich konnte ja erst ab März spielen. Aber am Ende war es ein gutes Gefühl, den Klassenerhalt als Team zu schaffen", erklärte Zielony, der seinem Team die nötige Stabilität im Tabellenkeller verleihen konnte. "Er lebt von seinen Emotionen. Der rennt auch schon mal einen Pfosten um", scherzte Grasediek.

"Leonie steht bei uns auf dem Zettel"

Nicht ganz so rustikal, aber mit einer Menge Spielverständnis und Vielseitigkeit sicherte sich Leonie Kockel den Titel zum Talent des Jahres. Die 15-Jährige kann sich aber nicht ausruhen, muss sie doch am Samstag mit der A-Jugend das entscheidende Qualifikations-Spiel für die A-Jugend-Bundesliga bestreiten.

Motivation gab es von Jochen Busch: "Leonie steht bei uns auf jeden Fall schon auf dem Zettel. Sie ist auf dem richtigen Weg." In der kommenden Saison darf sie bereits Senioren-Luft in der dritten Liga schnuppern. Doch der Weg zur zukünftigen Miss Handball ist noch lang.