Der ASC 09 Dortmund ist einer der Kandidaten

17 Jahre nach dem Abstieg des VfR Sölde erlebt Dortmund wieder Oberliga-Fußball ein Verdienst des ASC 09 Dortmund, der die Stadt in der neuen Liga auch ziemlich gut vertritt und ein großes Polster zu den Abstiegsrängen hat.

Dortmund.. Dieser Tag im Juni war ein besonderer: Mit einem 3:1 über den FC Brünninghausen machten die Aplerbecker den Aufstieg klar. "Es passte einfach alles", erinnert sich der ASC-Fußballchef Michael Linke: "Aufstieg, Wetter, Zuschauer!"
Emotionen mussten raus: Der ASC hatte sich den Aufstieg redlich verdient.

Rios Plan ging auf

Der Plan von Trainer Daniel Rios, aus fünf Spielen immer zehn Punkte zu holen, war aufgegangen. Höhepunkt war die erste Hälfte in Marl-Hüls, als die Aplerbecker letzte Zweifel an ihrer Aufstiegstauglichkeit ablegten. 4:0 stand es zur Pause, die mitgereisten Fans hatten vielleicht die besten 45 Westfalenliga-Minuten einer Dortmunder Mannschaft überhaupt gesehen. 4:2 endete die Partie. Sie war das i-Tüpfelchen auf eine erstaunliche Entwicklung. Die Aufstiegsmannschaft hatte sich während der Saison schnell gefunden, zuvor aber eigentlich keine Aufstiegsambitionen gehabt.

Einziger Vorortverein in der Liga

Linke ist auch mit der Performance in der Oberliga sehr zufrieden: "Hier ziehen wirklich alle an einem Strang. Wir sind ohnehin das Paderborn der Oberliga. Und jetzt fallen seit Wochen so viele Leute aus."

Trainer Daniel Rios, der eine Erfolgs-Truppe aus ausschließlich Dortmunder Jungen geformt hat, weist auf eine weitere Besonderheit hin: "Wir sind der einzige Vorortverein in einer Liga. Die anderen Klubs sind die Nummer eins in Städten oder Orten, mit Ausnahmen von Arminia Bielefeld II. Da konzentriert sich alles auf diese Klubs."

Ausschließlich junge Spieler

Aber der ASC hat auch Unterstützung außerhalb Aplerbecks. Das liegt eben daran, dass hier heimische Fußballer aus dieser Stadt spielen: "Das macht unser Team so besonders", sagt Rios. Dass die Aplerbecker vor der Saison nur junge Leute holten, weckte bei einigen Beobachtern Zweifel. Aber die Entwicklung zeigt, dass der Plan mit Typen, die charakterlich zum Verein passen, aufgeht. Hier erhalten Talente die Chance, auf hohem Niveau Fußball zu spielen.
Alihan Kurgan kam im Sommer von den A-Junioren des TuS Eving-Lindenhorst. Wegen der Personalknappheit warf Rios ihn ins kalte Wasser. Kurgan mischte selbstbewusst mit, wurde Stammspieler. Die Aperbecker hatten es ihm allerdings auch leicht gemacht - die sportlichen Erfolge resultieren aus einer beachtlich guten, lockeren, aber auch ehrgeizigen Atmosphäre. "Das gehört dazu", sagt Rios. Stimmungskanonen wie Dominik Altfeld oder Tim Schwarz gehören ebenso dazu wie einige ruhigere Typen, die sich aber ebenso wohlfühlen.

Abschied für Bugri

Sie lachen und weinen zusammen. Tränen flossen, als Verein und Mannschaft ihrem Leistungsträger Francis Bugri einen bewegenden Abschied bereiteten. Der Ex-Profi vergisst diesen eingangs erwähnten Tag, der auch wegen dieses Abschieds ein besonderer war, nie. Die vielen ASC-Freunde vergessen diese Zeit nie.

Nach relativ durchschnittlichen Jahren in der Westfalenliga begann unter Rios, der erheblichen Anteil am Erfolg hat, eine neue Zeit.