Das Schmierentheater geht in die nächste Runde

Das Verwirrspiel um die Eishockey-Oberliga geht munter weiter. Die Eisadler wissen immer noch nicht, in welcher Liga, in welchem Modus und gegen welche Mannschaften sie in der kommenden Saison antreten werden. Mittlerweile ist nicht einmal mehr sicher, dass sie ihren Oberliga-Startplatz wahrnehmen werden.

Dortmund.. "Es geht drunter und drüber. Unfassbar. So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt Lothar Grabe, Vorsitzender der Eisadler. Hintergrund ist der immer weiter schwellende Konflikt zwischen dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und Eissport-Verband Nordrhein Westfalen (LEV NRW) um die zukünftige Ausrichtung der Oberligen.

Fronten verhärtet

Während sich der DEB auf seine neue Satzung beruft, die am 18. April beschlossen worden ist, beharrt der LEV NRW auf einer Gleichstellungsregel aus dem August 2014, die es dem LEV NRW einräumen soll, bis zur Spielzeit 2017/18 die Oberliga West ausrichten zu dürfen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Fronten zwischen beiden Lagern sind verhärtet. Eine Einigung ist nirgends in Sicht. Zu allem Überfluss besteht auch noch Unstimmigkeit zwischen den Westvereinen. Manche tendieren zum DEB, manche zum LEV NRW. Die Eisadler zählen neben den Klubs aus Duisburg, Essen und Herne zu den vier Vereinen, die sowohl für eine mögliche LEV- als auch für eine DEB-Oberliga gemeldet haben.

"Hängen zwischen den Stühlen"

"Wir mussten für zwei Ligen melden, obwohl wir natürlich wissen, dass wir am Ende nur in einer antreten können. Wir hängen zwischen den Stühlen", sagt Grabe. "DEB-Oberliga schaffen wir nicht", sagen die restlichen Westvereine, die nur für die LEV-Oberliga gemeldet haben. Sie fürchten die weiten Fahrten und vor allem die höheren Kosten einer DEB-Oberliga.

Über diese soll es heute bei einem Treffen in Hannover weiteren Aufschluss geben. Der DEB plant eine Aufteilung in Oberliga Süd und Oberliga "Rest von Deutschland", wie Grabe es nennt. "Wir brauchen aber eine Aufteilung in drei Oberligen, also Süd, Nordost und Nordwest, sonst müssen wir aus Kostengründen ablehnen", erklärt Grabe. Sicher ist Stand jetzt also nur, dass nichts sicher ist. Fortsetzung folgt. Sicher. Tobias Jöhren