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Das Rennen um die Nachwuchs-Asse

19.01.2010 | 20:10 Uhr

Natürlich sind die Bundesliga-Frauen die Nummer 1 in Dortmund, aber so eingeschränkt die Mittel der BVB-Handball-Abteilung auch sind – die erste Mannschaft ist ein Profiteam, mit gerade mal drei Spielerinnen aus Dortmund und Umgebung. Hier geht's um die Handball-Amateure.

Die wirklich höchsten Klassen im Dortmunder Handball sind die Jugend-Regionalligen, weiblich wie männlich. Gleich drei Mannschaften, die Mädchen von ASC und BVB, sowie die Jungen des ASC spielen in dieser höchsten deutschen Jugend-Liga. Die Chancen, dass eines dieser Teams im Juli ins DM-Finale einzieht sind eher gering, aber das Rennen um die Spieler/innen – vor allem die Jungs des ASC – hat längst begonnen.

Wechselt zum HC Süd: Torben Sasse. Foto: Bodo Goeke

In der vergangenen Woche meldete der HC Süd überraschend den ersten Vollzug: Torben Sasse seit Monaten verletzter Rückraumspieler in der Regionalliga-A-Jugend des ASC wird im Sommer zu Verbandsligist HC Süd wechseln. Und Karsten Liese, der auch in diesem Winter wieder am Landesliga-Kader für die neue Saison arbeitet, weiß sehr genau, dass auch alle anderen Spieler aus der A-Jugend von Trainer Detlef Bekel heiß begehrt sind. „Da sind alle Dortmunder Clubs dabei”, weiß Liese, „zumindest die aus den höchsten Klassen.”

Ein erfahrener „Lehrer” wie Thomas Pixberg und die sportliche Perspektive seien entscheidend gewesen, hatte Sasse seinen Wechsel begründet – ein Argument, mit dem der ASC eigentlich selbst punkten wollte. Wie gut es funktionieren könnte, lässt sich schon jetzt absehen. Regelmäßig stehen A-Jugendliche im Landesliga-Team, das sich inzwischen in der oberen Tabellenhälfte etabliert hat – beim 35:25 in Beckum war mit David Fischer sogar ein Jungjahrgang der beste Spieler.

Könnte der ASC alle übrigen Spieler (nach Sasse) halten, spätestens in zwei Jahren wäre der Aufstieg vermutlich fällig. Aber so viel Geduld haben die meisten 18- oder 19-Jährigen nicht. Die den Sprung ins große Geschäft suchen, wollen ihn möglichst schnell, lassen sich in die Regionalliga locken oder sehen in der Verbandsliga das bessere Sprungbrett.

Nach dem Zusammenprall mit dem Bommerner Torhüter blieb Jonas Höhmann benommen liegen. Im Krankenhaus wurde eine Gehirnerschütterung diagnostiziert. Foto: Bodo Goeke

Zu den Spähern der Clubs aus der weiteren Dortmunder Umgebung gehört auch Dirk Lohse, der am Montag beim 26:26 gegen den TuS Bommern überraschend sein Saisondebüt für den HC Süd gab. „Dirk wird uns helfen, so oft es ihm möglich ist”, sagte Süd-Trainer Martin Denso über den Mann, der ihm im Sommer auf den Trainerstuhl des HC geholfen hatte. In erster Linie ist Lohse Trainer des Regionalligisten TV Soest und in dieser Funktion auch permanent auf Talent-Suche. Yannick Eckervogt und Kevin Bekel sind zwei Dortmunder Talente, die er im vergangenen Sommer nach Soest lockte.

Die aktuelle Spielerdecke des HC Süd droht im übrigen noch dünner zu werden: Jonas Höhmann, vor der Saison von Bommern nach Dortmund gewechselt, zog sich im Spiel gegen seinen Ex-Club eine Gehirnerschütterung zu.

Volker Surkamp und Timm Becker

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