Das OSC-System: Ehemalige arbeiten an der Zukunft
12.08.2009 | 19:48 Uhr 2009-08-12T19:48:00+0200
Vor der Meisterschaftssaison 2009/10 positioniert sich Dortmunds Männerhandball so schwach wie nie zuvor.
Nach dem Abstieg des HC Süd aus der Oberliga bilden zwei Verbandsliga- und vier Landesliga-Teams das Maß der Dinge - ein Status, weit hinter so mancher Kleinstadt im Sauerland oder den Handball-Hochburgen Ostwestfalens.
Von der glorreichen Vergangenheit in der Bundesliga oder mit deutschen Jugendmeisterschaften ist auch der OSC weit entfernt, aber derzeit scheint der traditionsreiche Südstadtverein der einzige Klub zu sein, der mittelfristig wieder in überregionale Bereiche vorstoßen könnte. Nach der vergangenen Saison übernahmen Carsten Lueg und Roland Wilms das Traineramt von Uli Teis, der die Mannschaft immerhin wieder in die Verbandsliga geführt hatte.
Zu großen Vorschusslorbeer sieht Carsten Lueg aber gar nicht gern: „Wir haben Regionalliga-Spieler verloren und durch Landesliga-Spieler ersetzt. Durchweg Talente, denen wir eine gute Entwicklung zutrauen, aber zunächst wollen wir versuchen, uns mit diesen jungen Leuten als feste Größe in der Verbandsliga zu etablieren.”
Kurzfristige Höhenflüge darf man in der Tat nicht erwarten, dazu fehlt beim OSC wie bei allen anderen Dortmunder Klubs schlicht das nötige Kleingeld. Dass es trotzdem gelungen ist, sehr interessante Spieler zu halten bzw. hinzuzugewinnen, hat in erster Linie mit Perspektive zu tun. Perspektive, die in erster Linie auf der Jugendarbeit basiert, die in den nächsten Jahren auch erste Früchte für die Senioren abwerfen soll. Sowohl A- als auch B-Jugend spielen in der kommenden Saison in der Oberliga, und beim Erreichen dieses Ziels hat erheblich die OSC-Tradition geholfen: Mit Ex-Bundesligaspieler Thorsten Stoschek arbeitet seit einigen Jahren ein höchst engagierter Jugendtrainer für „seinen OSC”, und nach seinem Abschied von der Cheftrainer-Position hat sich auch Uli Teis als B-Jugend-Trainer in die Jugendarbeit einbinden lassen.
Es hört sich wie ein perfekt funktionierendes System an, wenn jetzt mit Carsten Lueg und Roland Wilms zwei weitere Ur-OSCer die erste Mannschaft übernommen haben. Man nimmt ihnen ab, wenn sie beteuern, dass es ihnen nicht nur um den persönlichen Erfolg, sondern in erster Linie um „ihren Verein” geht.
Mit viel Idealismus, echtem Stallgeruch und jeder Menge Arbeit soll der aktuelle Mangel an Sponsorengeldern kompensiert werden, mit dem Bewusstsein, dass Sponsoring und Erfolg ein sensibles Wechselspiel betreiben.
Das notwendige Engagement sieht Carsten Lueg in seinem neuen Kader durchaus. Seit Mai wird hart gearbeitet und fast alle Spieler zeigen sich in physisch guter Verfassung. Spielerisch läuft noch nicht alles perfekt, aber erst in vier Wochen ist Saisonstart gegen den TV Schwitten (12. 9.), und vorher stehen noch diverse Tests an - u. a. bei der Stadtmeisterschaft und im Pokal.
18-MANN-KADER+
Abgänge: Malte Lueg (Schwerte/W.), Manuel Aßhoff (W. Hombruch), Dirk Fuchs (Karriereende/Standby), Toni Di Carlo (Karriereende). Zugänge: Bastian Tomlik (HC Süd), Philipp Schürmann (Bor. Höchsten), Tim Schröter (ASC), Matthias Wittland (ASC), Julian Stumpf (Ruhrtal), Sebastian Burchert.
Der Kader, Tor: Nedo Pleic, Anton Ostrovskyy, Julian Stumpf. - Feldspieler: Dominik Ahn, Jonas Krug, Robin Austermann, Nils Ast, Kai Bekston, Sebastian Burchert, Florian Edeling, Sebastian Fröhling, Florian Köhne, Jürgen Lepine, Thomas Massat, Philipp Schürmann, Tim Schröter, Bastian Tomlik, Matthias Wittland.
Trainer: Carsten Lueg, Roland Wilms. Mannschaftsverantwortlicher: Winni Bachstein, Zeitnehmer: Wieland Hoffmann, Sportlicher Leiter: Thomas Thurau
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