Das Lokalduell der Emotionen
23.09.2011 | 18:43 Uhr 2011-09-23T18:43:38+0200
Westfalia Wickede gegen den TuS Eving - das ist nicht nur eines von sechs Dortmunder Westfalenliga-Duellen pro Halbserie: es ist ohne Zweifel auch das am emotionalsten geführte Lokalderby von allen.
Ein Spiel, in dem vor allem die kämpferischen Tugenden entscheiden, dazu eine immer enge Partie, die zumeist auch erst in den letzten Minuten entschieden wird. Am Sonntag stehen sich die beiden Kontrahenten erneut gegenüber, diesmal im Pappelstadion.
Viermal gab es diesen Vergleich in den letzten Jahren in der Meisterschaft. Bei zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage ist sie für die Westfalia positiv. Bemerkenswert: der TuS Eving schaffte es bislang kein einziges Mal, das Spiel mit kompletter Besetzung zu Ende zu bringen. Ein Rückblick:
8. August 2009: Aufsteiger Wickede düpiert zum Landesliga-Start Favorit Eving in dessen Eckey-Stadion mit 2:1. Roman Schymanietz (21., 40.) trifft doppelt, Francis Bugri verkürzt per Foulelfmeter (75.). Zuvor hatte Eyüp Cosgun nach einer Tätlichkeit „Rot“ gesehen (63.). Zudem sahen Evings Philipp Kasperidus sowie die Wickeder Marko Schott und Marcel Höse Gelb/Rot (allesamt in Halbzeit zwei). Vier Platzweise in einem Spiel - das ist bislang trauriger Rekord.
6. Dezember 2009: Dem TuS gelingt die Revanche nur zum Teil, er verlor allerdings Eyüp Cosgun erneut nach einer Tätlichkeit schon in der 6. Minute. Den Rückstand durch Karim Bouzerda (17.) glich Dennis Rudnicki für Wickede zum 1:1-Endstand aus (26.).
5. September 2010: Christian Werner (30.) und Adis Hasic in der Schlussminute sorgen für den bislang einzigen Evinger Sieg, nach dem Aufstieg beider Teams in die Westfalenliga. Aber: diesmal sieht Christian Löwenberg die Rote Karte.
20. Februar 2011: Beim bislang letzten Aufeinandertreffen hat Wickede dank der Tore von Sebastian Didion (48.) und Sven Ricke (86.) wieder mit 2:1 die Nase vorn. In der dramatischen Schlussphase sieht zunächst Evings Francis Bugri die gelb/rote Karte (81.). Timo Link markiert wenig später den zwischenzeitlichen Ausgleich (84.).
Wie geht es diesmal ab, was dürfen die Anhänger beider Teams erwarten? Marko Schott sagt es ganz deutlich: „Bei uns gibt es die klare Vorgabe, wie wir die kommenden Begegnungen angehen werden, unabhängig davon, ob der Gegner nun Eving heißt oder wie auch immer. Wir können unsere Spiele nur über Leidenschaft, Einsatzwillen und Kampf gewinnen.“
Das weiß natürlich auch Daniel Rios. „Es wird wieder über den Einsatz gehen, es würde mich wundern, wenn es anders wäre.“ Allerdings, sagt der Evinger Trainer, „sind wir keine Mannschaft, die 90 Minuten lang ausnahmslos über den Kampf kommt. Wir müssen dagegenhalten, aber auch über unsere fußballerischen Qualitäten versuchen, das eigene Spiel durchzubringen.“
Übrigens: auch wenn das eine oder andere Derby in der Vergangenheit durch manch markige Worte zusätzlich angeheizt wurde, gaben sie sich später immer wieder die Hand. Das Verhältnis beider Teams, das versichern auch die Trainer, ist trotz aller gelebter Emotionen okay.
INFO
Schock für Eving: Zwei Kreuzbandrisse
Schock für den TuS Eving: Wie sich jetzt herausstellte, erlitten Top-Torjäger Karim Bouzerda und Innenverteidiger Karim Bouasker im Spiel gegen Wanne-Eickel einen Kreuzbandriss. Beide werden nächste Woche operiert und vermutlich ein halbes Jahr ausfallen. Zudem fehlen Trainer Daniel Rios im Derby mit den noch verletzten Francis Bugri und Christian Werner sowie Urlauber Christian Löwenberg drei weitere Leistungsträger.
Bei Gastgeber Wickede stehen nach guten Trainingsleistungen Roman Schymanietz und Christian Fröse auf dem Sprung zurück in die Startelf. Der Einsatz von Benedict Zwahr (Oberschenkelprellung) ist fraglich. Dominik Dröse gehört aus beruflichen Gründen ab sofort nicht mehr zum Kader. Zum 1. Oktober wurde der junge Defensiv-Allrounder Marvin Kohl verpflichtet. Er spielte in der A-Jugend-Bundesliga für Wattenscheid und Erkenschwick.
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