Das Kollektiv als die größte Stärke
15.01.2012 | 20:01 Uhr 2012-01-15T20:01:00+0100
Das vielleicht größte Kompliment kam aus den eigenen Reihen. Von Marko Schott, dem eigentlichen Cheftrainer, der die Verantwortung während der Hallenmeisterschaft an seinen Vertreter Alex Gocke abgegeben hatte und nach seiner Roten Karte während der Vorbereitung auch als Spieler ausgefallen und somit für das gesamte Turnier zum Zuschauen verurteilt war.
„Sie haben mich nicht gebraucht“, sagte Schott nach dem Finalsieg über den ASC, „im Gegenteil: die Jungs waren so gut - da hätte ich nur gestört. Großes Lob an Alex, er hat einen Riesenjob gemacht.“
Westfalia Wickede ist Stadtmeister - zum zweiten Mal überhaupt und nach 26 Jahren Pause. Der Westfalenligist hatte zwei überragende Tage hingelegt und sich auch nach Meinung der gesamten Konkurrenz völlig verdientermaßen den Titel gesichert. „Ein einziges Mal“, erinnert Alex Gocke an das Viertelfinale gegen Brackel, „haben wir kurzzeitig die Souveränität verloren, aber letztendlich sind wir ohne jeden Wackler durch diese beiden Tage gekommen.“
Und das ohne seinen nach einem Achillessehnenriss ausgefallenen Torhüter Daniel Limberg. „Doch wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, freut sich Gocke über den gelungenen Schachzug, mit Christian Fröse einen Feldspieler ins Tor zu stellen: „Dadurch sind wir sogar noch stärker geworden, denn seine Passsicherheit war Ausschlag gebend für unser ruhiges Aufbauspiel. Kein Gegner hat ein Mittel gefunden, um uns groß unter Druck zu setzen. Und am Ende ist Christian sogar über sich hinausgewachsen.“
Die größte Stärke des neuen Meisters aber war ein prächtig funktionierendes Kollektiv, in das sich jeder vorbehaltlos einbrachte. „Wir waren zudem in der Lage, eine durchgängig hohe Qualität aufs Parkett zu schicken, niemand im Kader ist leistungsmäßig abgefallen“, verweist der Trainer auf zwei gleich stark besetzte Blöcke. Auch hier hatte eine nach der eher durchwachsenen Zwischenrunde vorgenommene Korrektur den erhofften Erfolg gezeigt: Andreas Toetz ging in den zweiten Block, Marco Dej rückte in den ersten. So nahm die Westfalia richtig Fahrt auf.
Individuelle Klasse kam natürlich auch hinzu. Durch den Einsatz der beiden USA-Studenten Dominik Lipki (er überragte im Duett mit Benedict Zwahr) und Marco Dej gewann der Kader noch an Klasse. Herausragend auch Marvin Kohl: das am Freitag ausgezeichnete „Westfalenliga-Talent des Monats“ agierte praktisch fehlerfrei und war in der Defensive eine Bank.
INFO
Seeligs vierter Titel
Dominic Seelig, mit Mengede zwischen 2004 und 2006 dreimal in Folge Stadtmeister, holte seinen vierten Titel.
Erfolgreicher als der Wickeder sind jetzt nur noch Christian Karstedt (sechsmal mit dem VfR Sölde) und Ömer Uyar (viermal mit Sölde, einmal mit Hellweg Lütgendortmund).
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