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Hallenfußball

Das Comeback des Dreifach-Meisters

19.12.2012 | 18:26 Uhr
Das Comeback des Dreifach-Meisters
Sie zeigen es deutlich an: Trainer Markus Gerwien (links) und seine Mengeder Jungs nach ihrem Titel-Hattrick im Januar 2006.Foto: Bodo Goeke

Markus Gerwien ist einer der erfolgreichsten Trainer in der langen Geschichte der Dortmunder Hallenfußball-Stadtmeisterschaft. Dreimal gewann er mit Mengede 08/20 den Titel, ehe er sich aus der lokalen Szene zurückzog. Jetzt ist er mit dem BSV Schüren wieder dai.

Mit drei Titeln und einem Bronzeplatz gehört Markus Gerwien zu den erfolgreichsten Trainern in der Geschichte der Stadtmeisterschaft. Danach zog er sich aus der lokalen Szene zurück, arbeitete in Hagen und Wanne-Eickel, betreute zwischenzeitlich die B-Juniorinnen der SG Lütgendortmund. Doch einer wie er musste irgendwann einfach wieder zurückkommen: als Trainer des BSV Schüren feiert er bei der 29. Auflage sein Hallen-Comeback.

Markus Gerwien und Mengede 08/20 - eine Erfolgsstory, wie sie in jüngster Vergangenheit der Dortmunder Fußball selten erlebte. Fünf Jahre hatte er im Volksgarten die Kommandos gegeben, führte den Verein von der Kreis- in die Landesliga, triumphierte - nach einem dritten Platz - zwischen 2004 bis 2006 dreimal in Folge in der Halle. Gerne denkt er an diese Ära zurück: „Ich hatte eine herrliche Zeit in Mengede“, sagt er, „auch wenn ich nicht mehr den ganz engen Kontakt zu den Leuten habe, drücke ich allen dort noch immer die Daumen. Und sie haben ja mit relative geringen Mitteln über alle die Jahre hinweg immer nahezu Optimales erreicht.“

Abschied nach fünf tollen Jahren:„Es war die richtige Entscheidung“

Das war schon eine klasse Mannschaft, die er damals hatte. Angefangen bei Torhüter Sascha Piontek über Dominik Behrend oder Dominic Seelig, Danny Baron, Peter Vogt oder Tim Gebauer. Keiner von ihnen spielt heute mehr in Mengede, zum Teil machten sie auch in der Fremde ihr Glück. Tim Gebauer, heute beim Regionalligisten SSVg Velbert, gelang der größte Sprung.

Im Sommer 2006 war auch für Gerwien Schluss. „Ich wollte damals etwas Neues machen, und es war die richtige Entscheidung“, sagt er heute. Die Jahre dazwischen hätten ihn geprägt: „Man ist ruhiger geworden, ausgeglichener. Regt sich nicht mehr über Dinge auf, die einen früher auf die Palme gebracht haben.“ Das habe ihm in seinem Job als Trainer enorm geholfen.

Fußball ist für Markus Gerwien, der im Jugendbereich auch als DFB-Stützpunkttrainer tätig war, immer Hobby geblieben, das ging gar nicht anders bei einem dreifachen Familienvater, der auch in seinem Beruf als Polizist enorm gefordert wird. Nach abgeschlossener Ausbildung zum Kriminalbeamten aber kann er nun wieder mehr Zeit in den Fußball investieren. Und mit seinem Wechsel zum BSV Schüren im Sommer haben sich Verein und Trainer offenbar gesucht und gefunden: nach angesichts einiger personeller Veränderungen verständlichen Anlaufproblemen läuft es prima, wie neun Siege in den letzten neun Spielen und der Sprung auf Rang drei der Bezirksliga 8 eindrucksvoll beweisen - „trotz schwieriger Rahmenbedingungen“, wie Gerwien anfügt.

„Es ist nicht allein meine Handschrift“, wiegelt er jedoch ab, „sondern auch die Arbeit der gesamten Mannschaft und da besonders einiger Führungsspieler, von denen ich vor allem Sebastian Senger nennen muss.“ Seine Ziele bewegen sich in einem realistischen Rahmen: „Ich möchte, dass wir uns kontinuierlich verbessern.“ Wo das am Ende hinführen könnte, lässt er offen.

Vorsichtig in seiner Prognose ist er auch, was die Halle betrifft: eine harmonische, gut funktionierende Formation zu finden, sei die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Turnier. „Noch einmal die Endrunde zu erreichen“, sagt Markus Gerwien, „wäre ein Traum. Aber das ist ein weiter Weg, gerade bei der hochklassigen Konkurrenz im Süden.“

Mit einem Auge wird er auch wieder in Richtung Mengede schielen, auf die neue Generation, die die alten Traditionen übernommen hat. „Dass der Kontakt zwischen Fans und Mannschaft immer noch so eng ist wie damals, „sagt er, „freut mich im Rückblick am meisten. In dieser Hinsicht hat dieses Beispiel Mengede eine absolute Vorbildfunktion.“

INFO

Es bleibt dabei: Der Pass muss vorliegen

Auch im Zeitalter moderner Kommunikationsmöglichkeiten bleibt es dabei: der Spielerpass muss am jeweiligen Spieltag in der Halle vorliegen, sonst ist ein Einsatz nicht möglich. Darauf weist der Fußballkreis vor Beginn der Titelkämpfe deutlich hin. „Wir bleiben bei der alten Regelung, weil es in der Vergangenheit mehrfach vorgekommen ist, dass Spielberechtigungen irrtümlicherweise erteilt worden sind“, erklärte Pit Richarz, der Vorsitzende des Kreis-Fußballausschusses.

Udo Stark



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