Das aktuelle Wetter NRW -1°C

Handball: 32:18-Sieg im...

Damen zeigen Weibern Grenzen auf

05.09.2010 | 20:22 Uhr
Damen zeigen Weibern Grenzen auf
Erzielten zusammen 13 Tore: Dagmara Kowalska und Zuzana Porvaznikova. Foto: Bodo Goeke

Trainiert wurde fleißig in den letzten Wochen. Ernsthafte Tests, die etwas über den Leistungsstand der Mannschaft hätten aussagen können, blieben die Ausnahme. Gut, zweimal haben sie gegen Blomberg gespielt, aber Blomberg ist eine Nummer zu groß. Deshalb waren Samstag Abend alle froh, dass die erste Hürde übersprungen war. Die BVB-Damen zeigten Weibern klar die Grenzen auf und erreichten durch einen ungefährdeten 32:18 (18:9)-Erfolg beim TuS Weibern die zweite Runde im Wettbewerb um den DHB-Pokal. „Nur noch“ vier Siege fehlen, um nach zehn Jahren mal wieder an der Endrunde (“Final Four“) teilzunehmen, die 2011 erstmals in Göppingen über die Bühne geht.

Die 270 Zuschauer in der Halle der knapp 1600 Einwohner zählenden Gemeinde im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) sahen in der ersten Halbzeit eine Demonstration des Teams aus der Großstadt. Schnell übernahmen die Borussinnen das Kommando und sorgten dank einer äußerst konzentrierten Leistung für klare Verhältnisse. Die 18:9-Pausenführung drückte das wahre Stärkeverhältnis aus. Trotzdem blieb Trainer Gustl Wilke vorsichtig und fing nach der Halbzeit mit seiner ersten Besetzung an - auch um zu demonstrieren, wie ernst er den Gegner nimmt. Wilke: „Wir haben auch gegen Blomberg mit 16:8 geführt und am Ende knapp verloren.“ In der Tat: bleierne Müdigkeit, die Geist und Körper lähmte, stellte sich nach dem Wechsel erneut ein.

Der TuS Weibern, der in der vergangenen Saison als Tabellenvierter der zweiten Liga Süd in den Play-Offs erst an Aufsteiger Rosengarten scheiterte, besitzt zwar nicht die Qualität Blombergs, hat sich aber mit Nationalspielerin Svenja Huber (kam aus Trier) und Torfrau Lena Knipprath (Leverkusen) verstärkt. Und die zeigten nun ihre Qualitäten. Bis auf 18:13 kam das Team aus der Eifel heran und hatte noch zwei weitere gute Chancen zu verkürzen. „Hätte es die verwandelt, wäre es noch einmal eng geworden“, sagte Gustl Wilke und rätselte, warum sich plötzlich der Schlendrian eingeschlichen hatte. Spielerisch war der BVB auch in dieser Phase nicht schlecht, aber sieben seiner vierzehn Fehlversuche leistete er sich zwischen der 31. und 44. Minute. „Schlampig“ nannte der Trainer den Abschluss, und: „Ein stärkerer Gegner hätte diese Schwäche vielleicht genutzt.“ Doch dann raufte sich seine Mannschaft wieder zusammen, tat so, als hätte es nie Anlass zur Kritik gegeben, spulte ihre Angriffe wieder mit großer Präzision herunter. Auch die Nachlässigkeiten bei den Würfen waren wie weggeblasen.

Dass letztlich ein klarer Sieg heraussprang, war auch ein Verdienst von Neuzugang Natasa Kocevska, die in der Abwehr wie im Angriff eine großartige Vorstellung bot. Es gab noch eine zweite positive Erkenntnis. Wilke hatte um die Verpflichtung von Magdalena Chemicz gekämpft, „weil eine erfahrene Torfrau die halbe Miete bedeuten kann.“ Doch die am Schleimbeutel operierte Polin fehlte in Weibern, wurde aber von Hellen Trodler (15 Paraden) und in den letzten zehn Minuten von Marina Wilkus (5, darunter zwei Siebenmeter) hervorragend vertreten.

Dass Zuzana Porvaznikova (Pass) und Dagmara Kowalska (Abschluss) die Partie mit einem Kempa-Trick beendeten, war das Sahnehäubchen. Der Pokal als Vorspeise hat Appetit gemacht auf die Meisterschaft. In einer Woche geht’s endlich los...

Christian Menn

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/3656932/create

Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Aus dem Ressort
BVB und Koch weitgehend schon einig
BVB intern
Julian Koch und der BVB haben sich in den meisten Details auf die Verlängerung des auslaufenden Vertrags um ein Jahr geeinigt. Allerdings ist das neue Vertragswerk bislang noch nicht unterschrieben.
Viele neue Hoffnungsträger
Westfalenliga vor dem...
Der ASC 09 ist nicht zuletzt aufgrund der eigenen hohen Erwartungen die aus lokaler Sicht größte Enttäuschung der Hinrunde. Die Trendwende ist trotz kleiner positiver Ansätze nach dem Trainerwechsel noch nicht vollzogen worden.