BVB-Trainer Bördeling: "Die Tabelle lügt nicht"

Im November 2013 hatte Dirk Bördeling das Traineramt beim BV Brambauer-Lünen übernommen. Der Klub war damals extrem abstiegsgefährdet in der Fußball-Westfalenliga. 19 Monate später ist der 46-Jährige weiterhin Trainer des BVB und musste nun den zweiten Abstieg in seiner Amtszeit hinnehmen. Im Interview spricht er über den Gang in die Bezirksliga.

Brambauer.. Das 1:1 gegen Sinsen genügte nicht für den Landesliga-Klassenerhalt. Die Hammer SpVg II zog am letzten Spieltag am Brambauer vorbei. Der BVB muss in die Bezirksliga - Dirk Bördeling wird ihn begleiten.

Haben Sie am Sonntag noch länger in der Glückauf-Arena zusammen gesessen?
Nein. Alle sind dann ziemlich schnell nach Hause. Das hat sich schnell aufgelöst am Platz.

Mit einem Tag Abstand: Lässt sich die Situation in der 89. Minute beschreiben?
Es war einfach sehr bitter. Wir waren so nah davor es zu schaffen. Wir haben bis Sonntag nicht ein einziges Mal auf einem Abstiegsplatz gestanden. Die Jungs haben super gekämpft. Klar, wir hatten auch Glück. Aber ein Sieg gegen Sinsen wäre ja nicht mal unverdient gewesen.

Bei allen Verantwortlichen hat am Sonntag Einigkeit geherrscht, dass der BVB nicht gegen Sinsen abstiegen sei. Wann dann?
Das lässt sich nicht auf ein spezielles Spiel beziehen. Wenn man in 30 Spielen nur 29 Tore schießt, ist das einfach nicht ausreichend. Wir waren zu schwach offensiv, gerade in Eins-gegen-eins-Situationen. Es ist zu selten gelungen, im Strafraum für Torgefahr zu sorgen. Wären uns 15 Tore mehr gelungen, wären wir sicher gerettet.

Das Problem gab es auch schon im Winter. Der Klub hat mit den Verpflichtungen von Marcel Bieber und Burhan Akgül reagiert. Bieber hat kein Tor, Akgül einen Treffer erzielt. Wieso haben diese Verpflichtungen nicht funktioniert?
Das ist schwierig. Richtig ist, dass die Torausbeute nicht passt. Wir stehen nicht ohne Grund auf einem Abstiegsplatz. Die Tabelle lügt nicht. Also hat auch Klasse gefehlt. Wir mussten immer wieder Flickschusterei betreiben. Das war für mich ausschlaggebend für den Abstieg.

Gibt es Spieler im Kader, von denen Sie mehr erwartet hatten?
Sicherlich haben wir uns von dem einen oder anderen mehr versprochen.

Im Winter hat in Kerem Kalan der mit vier Treffern immer noch beste Torschütze den Verein verlassen. War Ihre Mannschaft in der Hinserie zu abhängig von ihm?
Das kann ich so nicht sagen. Man muss immer die gesamte Mannschaft sehen. Und in diesem Zusammenhang war in der Hinrunde sicher nicht alles positiv.

Einige Spieler im Kader sind jetzt zweimal in Folge abgestiegen. Wie vermitteln Sie Ihnen wieder die Lust am Fußball?
Wir werden alles geben, damit uns das gelingt. Klar, alle sind geknickt. Aber da müssen wir zusammen durch.

Die Kaderplanungen waren schon weit voran geschritten. Hat der Abstieg darauf Auswirkungen?
Nein, ich denke nicht. Die Zusagen gelten auch für die Bezirksliga.

Welche Rolle kann Ihr Team in der Bezirksliga spielen?
Wir möchten eine gute Rolle spielen. Wir haben den Kader mit mehr Vorbereitung als im letzten Jahr zusammenstellen können. Gerade was den Offensivbereich angeht, werden wir wesentlich besser aufgestellt sein. Der BVB wird eine schlagkräftige Trupppe stellen. Wir wollen nicht vermessen sein, es ist aber sicher unser Ziel, in der Bezirksliga oben mitzuspielen. Es gilt jetzt, die Reißleine zu ziehen und die Wende einzuleiten. Dafür muss man auch gewisse Ziele haben. Allerdings wird sich dafür die Disziplin auf dem Platz ändern müssen, was Gelbe und Rote Karten angeht.