BVB siegt ohne jeden Glanz gegen Haunstetten

Die BVB-Frauen haben in die Erfolgsspur zurückgefunden: Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit wurde Aufsteiger Haunstetten am Ende noch klar und deutlich mit 29:14 (9:7) besiegt. Damit wurde die Tabellenspitze in der 2. Handball-Bundesliga verteidigt.

Dortmund.. Es dauerte sage und schreibe zehn Minuten, bis die Borussia zu ihrem ersten Torerfolg kam. Bezeichnender Weise traf Denisa Glankovicova, die neben Torfrau Mandy Burrekers als einzige Spielerin in den ersten 30 Minuten Normalform zeigte.

Teilweise große Unsicherheit

Insgesamt war das BVB-Spiel von einer teilweise haarsträubenden Unsicherheit geprägt, die technischen Fehler, schwachen Würfe und schlampigen Abspiele waren kaum zu zählen. So durfte der Aufsteiger, der nun wahrlich keinen brillanten Handball aufs Parkett zauberte, Mitte der ersten Halbzeit sogar eine 6:3-Führung bejubeln.

Ildiko Barna, die vor Ärger fast zu explodieren schien, meinte auch später noch nahezu fassungslos: "So viele Fehler, ein so schlechtes Zusammenspiel, das darf einfach nicht passieren."

Barna wird laut

In der Pause, so räumte die BVB-Trainerin später ein, sei es in der Kabine richtig laut geworden, und es schien so, als hätten alle gut zugehört. Haunstetten kam zwar noch einmal auf 9:10 heran, dann aber setzte sich die spielerische Klasse der Borussia durch, Mitte der zweiten Hälfte hatte der Spitzenreiter seine Führung auf 22:11 ausgebaut.

Der Aufsteiger war sichtlich müde geworden, konnte in der Deckung längst nicht mehr so aggressiv arbeiten, und Ildiko Barna, die von einigen Spielerinnen an diesem Abend enttäuscht war, hatte ein mehr als glückliches Händchen bei ihren Wechseln. Vor allem die junge Alina Grijseels drehte auf der Spielmacherposition auf, zeigte Spielwitz, glänzte mit herrlichen Anspielen und suchte auch immer wieder den direkten Weg zum Tor.

Wie auf Bestellung

Da auch Zydre Zimmermann und Sabrina Richter auf den Außenpositionen mächtig Betrieb machten, fielen die Treffer wie auf Bestellung. Endlich sah es nach richtigem Handball aus, die gut 500 Zuschauer in der Halle Wellinghofen hatte ihre reine Freude. Nun konnte auch Natasha Kocevska zeigen, wie wertvoll sie für die Schwarzgelben sein kann, Jana Kokot setzte sich geschickt am Kreis durch und warf blitzsaubere Tore.

"Ich habe offenbar in der Pause die richtigen Worte gefunden", sagte Barna nach der Partie, doch ihre Miene verriet, dass sich einige noch so manches anhören dürfen. Denn gegen einen stärkeren Gegner hätte der BVB in der gestrigen Form nicht gewonnen.

BVB: Burrekers, Weste, Kramer (1), Grijseels (3), Weisheitel (1), Kocevska (3), Potocki (8/6), Richter (3), Schäfer, Everding, Glankovicova (4), Kowalska (1), Kokot (3), Zimmermann (2)