BVB-Frauen starten früh in die Vorbereitung

Der erste Weckruf ertönte schon nach einer Viertelstunde. „Tempo, Tempo, Leute, nicht einschlafen, wir sind hier nicht auf Mallorca“, rief Ildiko Barna. Die Trainerin der Bundesliga-Handballerinnen von Borussia Dortmund bereitet ihr Team seit Mittwoch auf die neue Saison vor.

Dortmund.. 18.30 Uhr in der Halle Wellinghofen, die Luft ist leicht stickig, es ist schwül, die ersten Schweißtropfen bilden sich auf der Stirn. Die Körpersprache der Trainerin stimmt, sie hat die Hände leicht in die Hüfte gestützt. Es ist der erste Arbeitstag der Handballerinnen von Borussia Dortmund, und schon nach wenigen Minuten wissen alle, man hat sich hier nicht zum gemütlichen Kaffeeklatsch getroffen.

Ildiko Barna gibt gleich die Marschroute für zwei Monate knallharte Vorbereitung vor. "Jammern und weinen hilft nicht", sagt sie bei ihrer eindringlichen Antrittsrede, "wir müssen ganz schnell in der 1. Liga ankommen, und wir müssen alles dafür tun, um dort mitzuhalten". Und damit auch nun gar keine Zweifel aufkommen, fügt sie mit klarer Stimme hinzu: "Wenn wir nur zugucken, dann haben wir keine Chance in der Liga."

Und mit einem leichten Augenzwinkern, dann muss aber auch genug sein mit den lieb gemeinten Drohungen, verrät sie, was auf ihre jungen Damen, wie sie sie gern nennt, an Belastungen zukommt: "Nicht schwitzen, nur sterben."

Die jungen Damen, sie zucken nicht, sie haben nichts anderes erwartet, wollen auch gar nichts anderes. Sally Potocki, sie hat in der vergangenen Saison die Mannschaft als Kapitän zum Aufstieg geführt, meint ganz gelassen: "Ich quäle mich gern, wenn ich völlig kaputt vom Training nach Hause komme, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe."

Hausaufgaben gemacht

Das erste Aufwärmtraining ist geschafft, der erste Griff zur Wasserflasche. Clara Woltering und Sally Potocki wirken schon jetzt topfit, auch einige andere haben ihre Hausaufgaben in der Pause offenbar vorbildlich erledigt. Sieben Neuzugänge vermeldet die Borussia, heute, beim ersten Treffen nach der knapp zweimonatigen Pause, müssen sich manche erst einmal bekannt machen, stellen sich brav mit "Nadja" (Zimmermann) und "Kversti" (Salberg) vor.

Langsam, aber sicher muss zusammenwachsen, was zusammengehört. Das Zauberwort der nächsten Wochen, wahrscheinlich auch Monate heißt Teambuilding. Clara Woltering, Anne Müller, Nadja Nadgornaja, drei Namen, die im deutschen Frauen-Handball auf der Zunge zergehen, drei Führungsspielerinnen, die die Hierarchie der letzten Saison kräftig durcheinander wirbeln werden.

"Attraktiven Handball"

Ildiko Barna mag solche Herausforderungen, sie hält die Zügel fest in der Hand, lässt ihre jungen Damen aber auch gern so weit wie möglich eigenverantwortlich laufen. Das Ziel ist klar: "Wir wollen unseren Zuschauern attraktiven Handball bieten", sagt Jochen Busch, der Sportliche Leiter. Und erfolgreich darf er auch sein.