BVB-Frauen sind sind gefangen im Sog nach unten

Der Trend lässt sich nicht leugnen. 5:7 Punkte holten Borussia Dortmunds Handballerinnen im Jahr 2015, im Saison-Endspurt gerät das Ziel Erstliga-Aufstieg in immer größere Gefahr. Auch die Trainerin spürt die bedrohliche Situation.

Dortmund.. Nach dem 25:26 (19:19) gegen die SG Herrenberg vor 850 Zuschauern in der Halle Wellinghofen herrschte eine Mischung aus großer Enttäuschung, Ratlosigkeit - und auch einer Spur Resignation. Die dritte Rückrunden-Niederlage hinterließ tiefe Spuren, nicht nur körperliche wie bei Kapitänin Sally Potocki, die mehrfach rüde attackiert worden war und mit müden Schritten und einer deutlichen Beule an der Stirn aus der Halle schlich.

Mentaler Ballast

Vor allem mental wird die unnötige Pleite dem BVB zusetzen. "Es kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man diese vielen Rückschläge nicht mehr so einfach wegsteckt", meinte Ildiko Barna, die ihrer Mannschaft daher "für die Leidenschaft ein Riesenkompliment" machte.

Es fällt nicht schwer, die Ursachen für den Abwärtssog zu ergründen. Auch Gäste-Trainer Hagen Gunzenhauser zeigte ehrliches Mitgefühl. Es sei ohnehin "sensationell", meinte er, wie der BVB den großen Verletzungsproblemen bislang getrotzt habe. "Andere wären da schon viel früher eingebrochen."

Offensive funktioniert

Dass Barna am Donnerstag ihren Spielerinnen auch noch erklären musste, dass Torfrau Mandy Burrekers (Entzündung in der Hüfte) womöglich sogar länger und Alina Grijseels erkrankt zumindest für dieses Spiel ausfallen würde, wirkte nach vielen Tiefschlägen wie ein weiterer Treffer in die Magengrube.

19 eigene Tore bis zur Pause zeugten von einer immerhin funktionierenden Offensive, wenn auch da schon sehr viel über Einzelaktionen lief. Potocki machte vier der fünf ersten Treffer, dann übernahm Denisa Glankovicova Verantwortung. Rechter Spielfluss wollte schon da aber nicht aufkommen.

Sarah Everding auf Linksaußen war kein Faktor, auch über den Kreis lief wenig. Barna übernahm einen Teil der Verantwortung, vielleicht, meinte sie, "hätte ich früher und öfter wechseln müssen."

Indiskutable 19 Gegentreffer

19 Gegentore zur Halbzeit waren indiskutabel. "Zu viele Lücken" hatte Dagmara Kowalska in der Abwehr gesehen. "Wir haben auch nicht energisch zugepackt." Das immerhin wurde nach der Pause mit der Umstellung auf eine offensive 5:1-Deckung besser.

Jennifer Weste im Tor wirkte ob der frei auf sie zukommenden Gäste-Spielerinnen machtlos und zunehmend frustriert. Nach der Pause hielt sie kaum einen Ball mehr. Vielleicht war die Verantwortung als neue Nummer eins auch ein bisschen zu viel für sie.

Knackpunkt waren dann zwei dumme technische Fehler des BVB beim Stand von 22:20, stattdessen glich Herrenberg aus und rettete eine knappe Führung über die Zeit.