BVB braucht die Tore von Kowalska
10.09.2009 | 19:33 Uhr 2009-09-10T19:33:00+0200
Es braucht schon ein gutes Langzeitgedächtnis, um sich an den letzten Sieg des BVB gegen Bayer Leverkusen zu erinnern. Es war der 16.Oktober 2004, als die Borussinnen in Wellinghofen mit 28:22 gewannen. „Und auswärts?”, fragte Chantal kürzlich ihren Vater. - „Da musst du Opa fragen.”
An die Punktvergabe denkt Trainer Gustl Wilke derzeit nicht. Ein Sieg in Leverkusen (Anwurf Sonntag, 16 Uhr) ist in diesem Spätsommer so unwahrscheinlich wie ein mitreißender Bundestagswahlkampf. Eher ist Trainer Gustl Wilke daran gelegen, seine Mannschaft zu stabilisieren und sie zukunftsorientiert aufzustellen. Deshalb hat er geredet in dieser Woche, mal mit Engelszungen, mal scharfzüngig. Zuerst mit Zuzana Porvaznikova und Dagmara Kowalska. Der Slowakin sagte er, dass sie ihre Energien besser kanalisieren solle, der Polin, dass ihr Sozialverhalten schön und gut sei, aber dem BVB ihre leichten Tore aus dem Rückraum fehlten. Sonst könne der BVB auch seine große Stärke, Kreisläuferin Tessa Cocx, nicht nutzen. „Wirft Daggi nicht”, sagt Wilke, „hat's der Gegner leicht, steht defensiv und deckt Tessa zu.”
Leverkusen ist Zwischenstation. Noch eine Chance zum Üben, denn Bayer hat mit Clara Woltering, Anna Lörper, Laura Steinbach, Anne Müller, Denisa Glankovicova und Heike Ahlgrimm - allesamt Nationalspielerinnen - eine glänzende und über Jahre harmonierende Mannschaft, die in dieser Saison noch einmal mit Katrin Engel (Nürnberg), Sara Walzik (beide Nürnberg) sowie den hochtalentierten Marlene Zapf und Elisabeth Almendaris (beide Ketsch) intelligent verstärkt wurde. Seit Jahren spielen die „Elfen”, wie sie sich albernerweise nennen, mit Leipzig in einer anderen Liga.
Beim BVB ist alles eine Nummer kleiner. Ob die A-Jugendliche Anna-Lena Tomlik für die angeschlagene Anne Ewert (heute Kernspin im rechten Knie) mitfahren wird, entscheidet sich heute.
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