BVB 2 holt Luft im Abstiegskampf
21.03.2010 | 16:35 Uhr 2010-03-21T16:35:00+0100Fußball-Drittligist BVB 2 darf drei Tage lang durchatmen. Nach dem verdienten 2:0 im Abstiegsderby beim Wuppertaler SV haben sich die Borussen zumindest wieder etwas Luft zur Abstiegszone verschafft, ehe es am Mittwoch (19 Uhr) im Stadion Rote Erde gegen den Tabellendritten Ingolstadt weiter.
Von einem beruhigenden Polster angesichts der Verbesserung auf Platz 15 zu sprechen, wäre aber völlig fehl am Platz, obwohl die Abstiegs-Mitkonkurrenten Kiel mit 0:3 in Heidenheim und Unterhaching mit 0:1 gegen Bremen verloren. Dagegen zog der SV Wehen nach dem 2:0 gegen Erfurt mit dem BVB gleich.
Das wusste auch Theo Schneider, dessen Gesichtsfarbe sich nach dem Schlusspfiff merklich aufhellte. Es muss eine riesige Last gewesen sein, die von Schneiders Schultern gefallen war, als Lukas Nottbeck in der 61. Minute per Kopf das 1:0 erzielte. Das späte 2:0 (89.) von Marcel Großkreutz war dagegen nicht mehr spielentscheidend, verdeutlichte aber auch die Offensiv-Schwäche des BVB. Wieder trafen zwei Mittelfeldspieler, wieder kamen Ginczek, Hille oder Kullmann nicht zu Zug.
„Die Mannschaft hat eine starke Reaktion gezeigt”, sagte Schneider, „aber dennoch ist es ein weiter Weg. Hätten wir hier verloren, dann wären wir vielleicht in einen Negativ-Lauf gekommen.” „Das hat Nerven gekostet”, konstanierte der sichtlich mitgenommene Abteilungsleiter Heinz Keppmann. Niemand wollte ihm widersprechen.
Die 3177 Zuschauer im Stadion am Zoo erlebten besonders in der ersten Hälfte eine zerfahrene Partie von großer Nervosität mit unglaublich vielen technischen Fehlern auf beiden Seiten. Dass hier das Drittliga-Schlusslicht auf den Tabellen-Viertletzten traf, war nicht zu übersehen. Angesichts der großen Personalnot des BVB und der Brisanz des Spiels war vielleicht auch einfach nicht mehr zu erwarten.
Wahrscheinlich fand Torschütze Lukas Nottbeck die richtigen Worte: „Es gab eben keinen Schönheitspreis zu gewinnen.” Dagegen verdienten sich alle Borussen einen Sonderpreis in Sachen Disziplin und Kampfkraft.
Dabei war Wuppertal alles andere als chancenlos, erspielte sich besonders in der engagierter geführten zweiten Hälfte zahlreiche Großchancen, vergab oder verstolperte sie aber allesamt kläglich. Keine Frage, hier präsentierte sich der erste Anwärter auf einen Abstiegsplatz. Fast unfassbar köpfte Damm in der 81. Minute völlig frei am Fünfmeterraum punktgenau auf Schlussmann Marcel Höttecke, vier Minuten später rutschte erneut Damm am leeren Tor verbei. „Es hat phasenweise gebrannt bei uns”, gestand Torschütze Nottbeck, der seinen zweiten Treffer für den BVB erzielte, „fast hätten wir das Spiel noch aus der Hand gegeben.”
BVB 2: Höttecke - Evers , Neumeister , Sobiech , Vrzogic - M. Großkreutz , Nottbeck (67. Oscislawski), Kandziora , Tyrala - Hille (84. Aleksandrov) , Ginczek (62. Kullmann) . Tore: 0:1 Nottbeck (61.) 0:2 Großkreutz (89.) - Zuschauer: 3177
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