Brinkmann: "Das Rennen meines Lebens"

Noch Tage später beschleicht ihn eine gewisse Müdigkeit, und der Appetit, der ist ausgeprägt. Aber Dominik Brinkmann strahlt, ist sichtbar glücklich. "Das war das Rennen meines Lebens", sagt der junge Motorsportler aus Dortmund, der mit seinem Team beim 24-h-Rennen auf dem Nürburgring als Dritter aufs Podium der Klasse SP7 fuhr.

Dortmund.. Der Herr Papa kannte keine Gnade. Montags morgens wurde Brinkmann am Schreibtisch der väterlichen Baufirma erwartet, dabei lag doch ein aufregendes, schlafloses Wochenende hinter dem Sohnemann. "Der Erfolg macht aber alles wett. Als ich unser Auto am Sonntag um 16 Uhr über die Ziellinie steuern durfte, sind bei mit schon einige Freudentränen geflossen, in dem Moment fällt alles von Dir ab", gesteht der 23-Jährige, der mit drei anderen Piloten einen von drei Porsches des Teichmann Racing Teams durch die "Grüne Hölle" steuern durfte.

200 000 Motorsport-Fans

200 000 Menschen verfolgten am Rande der Traditionspiste in der waldreichen Eifel das Tag- und Nacht-Rennen mit 151 Fahrzeugen, "es war wirklich unglaublich voll, das macht unter anderem die besondere Atmosphäre dieses Rennens aus", sagt der junge Motorsportler noch immer beeindruckt.

Zwei Profifahrer (Brinkmann und Marc Hennerici) und zwei Amateure teilten sich das Cockpit des 440 PS starken Porsche 911 GT3 Cup. Als in einem turbulenten Rennen mit vielen, regenbedingten Unfällen und Favoritenausfällen abzusehen war, dass Brinkmann und Co. aufs Treppchen ihrer Fahrzeugklasse SP7 kommen könnten, übernahmen die Profis das Steuer.

"Riesenaufholjagd hingelegt"

"In der Nacht zwischen ein und vier Uhr habe ich eine Riesenaufholjagd hingelegt, war teilweise 30 Sekunden schneller als die Konkurrenz. Das war wie im Rausch", berichtet der Dortmunder, der die Fahrt durch die Dunkelheit besonders mag. Viele Unfälle erschwerten die nächtliche Rundenhatz, "in der Fuchsröhre standen teilweise fünf Rettungswagen, ein Auto brannte. Das Tempo wurde für eine Stunde auf 60 km/h beschränkt", erinnert sich Dominik Brinkmann.

Am Sonntag sei der Ring geradezu leer gewesen. Dennoch war sein letzter Stint ins Ziel noch aufregend genug, denn das verlorene Endrohr des Auspuffs brachte den Porsche über das zulässige Lärmlimit, "ich musste übertourig zwei Gänge höher fahren, dann ging´s". Im Ziel war als das vergessen, die Feier des Teichmann-Teams (Bilanz: (ein Porsche war Totalschaden, der zweite komplett zerbeult, der dritte fuhr aufs Podium) war angemessen. "Ich hoffe, ich habe mich für größere Aufgaben empfohlen", hofft der 23-Jährige, "denn irgendwann, da will ich dieses Rennen gewinnen".