Borussinnen wieder auf dem Boden der Realität
24.01.2010 | 20:54 Uhr 2010-01-24T20:54:00+0100
Eine Woche lang schwebten sie auf Wolke sieben. Samstag Nachmittag sind sie wieder unsanft auf dem Boden der Realität gelandet. Der Buxtehuder SV zeigte den Handballerinnen des BVB beim 31:21 (15:9) klar die Grenzen auf.
Das sah auch Trainer Gustl Wilke so: „Wir hatten nicht den Hauch einer Chance und waren weder geistig noch körperlich in der Lage, uns dem druckvollen Spiel des Gegners entgegenzustemmen.”
Es ist das Recht einer solch jungen Mannschaft, Schwakungen zu unterliegen. „Aber diese Unterschiede zur Vorwoche waren mir doch zu krass”, kritisierte Wilke. Niemand hielt sich an die Vorgaben, stattdessen versuchten einige, vornehmlich Steffi Glathe und Zuzana Porvaznikova, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen.
Nach dem 1:4-Rückstand bekrabbelte sich der BVB zwar kurzzeitig, ging auch selbst mit 5:4 in Führung, aber dann trat erst einmal Funkstille ein. Über 9:6, 12:7 und 16:9 zog Buxtehude einem sicheren Sieg entgegen. Bereits in der 37. Minute betrug der Vorsprung (20:11) neun Tore. Daran war auch Svenja Spriestersbach beteiligt. Die ehemalige Dortmunderin, die bislang im Norden gar nicht zurechtkam und in 14 Spielen achtmal null oder einmal traf, erhöhte ihre persönliche Bilanz um vier Treffer. „Wir wussten, wie sie wirft, einige davon muss Isabell Roch auf ihre Kappe nehmen”, sagte Wilke, der vorrechnete, dass die Torfrau in der Vorwoche noch siebzehn, Samstag nur sieben Bälle parierte. Gleiches gilt für die Anzahl der technischen Fehler: fünf gegen Leverkusen, 15 in Buxtehude. Die zuletzt so hoch gelobte Marieke Köhler blieb torlos, Annika Busch, auch nur einmal erfolgreich, durfte für sich reklamieren, auf rechtsaußen kaum ein Anspiel bekommen zu haben.
„Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten, sondern als eine Ansammlung von Einzelspielerinnen”, resümierte der Sportliche Leiter, Jochen Busch, „darum ist die Niederlage auch in dieser Höhe verdient.”
Als Handicap erwies sich die Schulterverletzung von Dagmara Kowalska, deren Schwere noch gar nicht eingeschätzt werden kann. „Ich vermute, es handelt sich um eine Entzündung der Sehne”, mutmaßt Wilke, der schon prophezeit hatte, dass seine Borussinnen auswärts eher anfällig sind. „Wenn uns eine Überraschung gelingt, dann zuhause, mit der Unterstützung unserer Superfans.”
Samstag besteht die Gelegenheit dazu: Gegen Provital Blomberg. Die sind genauso stark wie Buxtehude.
BVB: Roch, Trodler; Kowalska (6/1), Glathe (3), Köhler, Schäfer (2), Porvaznikova (5/2), Busch (1), Kramer (1), Cocx (3), Rynas, Kunze.
INFO:
Drei Spielverlegungen für die Handballerinnen des BVB: die Partie in Oldenburg wurde vom 6. Februar auf den 3. Februar vorverlegt, das Spiel gegen Frankfurt am 6. März auf 16 Uhr (weil die Fußballer um 18.30 Uhr gegen Gladbach spielen). Gegen Leipzig tritt der BVB am 10. März (statt 13.) an.
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