Bonnemann überrascht die Konkurrenz
22.06.2011 | 19:23 Uhr 2011-06-22T19:23:00+0200Wer ein halbes Jahr lang am Schüleraustausch teilnimmt, hat genug Möglichkeiten, eine fremde Sprache zu lernen. Das hat die Dortmunderin Giannina Bonnemann (17) auch gemacht. Allerdings hat sie die sechs Monate in Mexiko noch anderweitig genutzt.
Der erfolgreichen Wasserskifahrerin boten sich beste Voraussetzungen, sich auf die US-Masters in Georgia vorzubereiten. Das hat sich ausgezahlt: Bonnemann hat die Kombinationswertung der US-Masters in der Juniorenklasse gewonnen und darf sich jetzt „Women Junior Masters Overall Champion“ nennen.
Für einen der größten Wettkämpfe im Wasserskizirkus, den US-Masters, qualifiziert man sich über die Weltrangliste. Geladen werden die ersten fünf der Weltrangliste in den Einzeldisziplinen Slalom, Trick und Springen und die ersten drei der Kombination (Overall Wertung).
Llewellyn sorgt für
den letzten Schliff
Den letzten Schliff für den Wettkampf bekam Giannina Bonnemann beim Kanadier Jarrett Llewellyn (er ist mehrfacher Weltmeister) in Florida. Gut vorbereitet ging es nach Pine Mountain im US-Bundesstaat Georgia. Schauplatz war ein kleiner, idyllisch gelegener See abseits der Metropole Atlanta. Tausende von Zuschauern und natürlich alles, was Rang und Namen hat aus der Wasserskiszene waren vor Ort.
Nach einem unbefriedigenden Vorlauf belegte Bonnemann Platz drei und sicherte sich damit noch die Finalteilnahme. Im Finale musste sich die Dortmunderin nur der US-Amerikanerin Erika Lang geschlagen geben. Platz zwei mit 6790 Punkten bedeuteten einen neuem deutschen Rekord – und weiterhin gute Aussichten auf den Sieg in der Gesamtwertung.
Beim Slalom zeigte sich auch bei Bonnemann etwas Nervosität. Nach einer perfekten ersten und zweiten Boje überdrehte sie an der dritten den Ski und stürzte. Damit verlor sie zwar die Chance auf einen Finalplatz im Slalom, jedoch konnte die Konkurrenz nicht so überzeugen, um die Dortmunderin in der Overall Wertung zu gefährden.
Schon im vergangen Jahr konnte Giannina Bonnemann beweisen, dass sie zur Weltspitze gehört. Bei der WM belegte sie den zweiten Platz in der Kombination, den dritten Rang in ihrer Spezialdisziplin Trick.
Diese Ergebnisse bestätigte sie wenig später bei den Europameisterschaften, wo vier mal auf dem Treppchen landetet. Titel gewann sie im Overall und im Trick, Zweite wurde sie im Slalom, auf den dritten rang kam die Kirchhörderin im Springen.
Beim Springen kam es darauf an. Bonnemann legte mit 38,40 Metern vor, lag damit aber weit unter ihren Möglichkeiten. Klar war, nur Lauren Morgan (USA) konnte ihr den Titel noch streitig machen. Sie musste dafür aber mindestens sieben Meter weiter springen – was ihr aber nicht gelang.
Somit erreichte Giannina Bonnemann, was noch keiner deutschen Wasserskisportlerin und nur wenigen Europäern zuvor gelang: Sie gewann den begehrtesten Titel neben der WM, die US-Masters Overall-Wertung. Jetzt geht es für die Schülerin nach Hause. Nach dem beendeten Austausch besucht sie wieder das Max-Planck-Gymnasium, trainieren wird sie wieder in Mastholte, in der Nähen von Lippstadt. Dort wird sie sich mit dem US-Amerikaner Austin Able auf die nächsten großen Ereignisse, die Jugend-Europameisterschaft in der Ukraine und die U21-WM in Frankreich, vorbereiten.
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