Bezirskliga 6: Schiri-Ärger und geheime Telefonate

Die Bezirksliga-Staffel 6 ist nichts für Konstanz-Lieblinge. Das merkt auch der ETuS/DJK Schwerte. Auf den 6:1-Derbysieg gegen Geisecke in der Vorwoche folgte nun ein 0:3 beim VfL Schwerte. Für den Trainer ein Grund zum Hadern. Andere Trainer freuen sich über ihre Umstellungen oder ärgern sich einfach nicht über eine Niederlage.

SCHWERTE.. Beim Lokalduell zwischen dem VfL Schwerte und dem ETuS/DJK war der 23. Mann auf dem Feld, Schiedsrichter Tobias Kraeling, auch einen Tag später derjenige, über den gesprochen wurde. Zumindest bei ETuS/DJK-Trainer Andr Haberschuss. "Jeder neutrale Zuschauer hat gesehen, dass das keine Rote Karte war. Nie im Leben", ist er immer noch erzürnt.

Eine Szene aus der 58. Minute ist zum Gesprächsthema Nummer eins bei diesem Derby avanciert. Mustafa Cona versuchte zu klären, als der spätere Doppeltorschütze Atik Oktay Torwart Loke schon ausgespielt, und freie Bahn aufs Tor hatte. Laut Haberschuss spielte er bei der Rettungsgrätsche dabei klar den Ball. Laut Schiedsrichter Kraeling nicht. Rote Karte. Eine halbe Stunde spielten die "Östlichen" zu zehnt. "Das war entscheidend für mich", sagt Haberschuss, der dem VfL eher in Halbzeit eins einen Elfmeter gegeben hätte. "Sonst wäre das 0:0 ausgegangen. Und das wäre auch komplett in Ordnung gewesen."
Andreas Feiler, der nach Benjamin Hartliebs Rücktritt beim VfL für ein Spiel als Cheftrainer eingesprungen ist, sieht es ähnlich. Eher hätte seine Mannschaft in der ersten Hälfte einen Strafstoß bekommen müssen. Ansonsten sei er froh, dass seine Spieler mit den nicht ganz einfachen Rahmenbedingungen so gut umgegangen sind.

"Grundsätzlich", verrät Geiseckes Co-Trainer Hanno Leuer, "telefoniere ich mit Gregor am Wochenende immer zwei Stunden." Dabei gehe es um die verschiedensten Themen, nicht nur um Fußball. Als Leuer vor dem Spiel gegen die SG Hemer den verhinderten Trainer Gregor Podeschwa anrief, ging es auch um eine taktische Entscheidung. "Wir haben umgestellt und vorne nur mit einem Stürmer gespielt. Es hat alles sehr, sehr gut geklappt", ist Leuer stolz auf die Leistung seiner Mannschaft.

Nach Kavraz‘ Führungstor glich Hemer in der 78. Minute aus. Doch prompt antworteten Tschersich und Kramer mit einem Doppelpack. Kurz zuvor hatte Leuer sie eingewechselt. Auch das klappte hervorragend. Wie das siegbringende Telefonat mit Gregor Podeschwa zuvor.
Nach der erneuten Niederlage, einem 0:2 beim ungeschlagenen Hagen 11, steht der VfB Westhofen nun auf dem Tabellenplatz, der so unbeliebt ist wie ein Sonntagsspiel auf Asche bei strömenden Regen: auf dem letzten. Kalwa bemüht sich, die Lage richtig einzuschätzen: "Das war kein schlechtes Spiel von uns. Teilweise waren wir dem 1:1 näher als die dem 2:0", sagt er. Einzelne Fehler hätten das Spiel am Ende entschieden. "Ärgern kann ich mich aber nicht", fügt er hinzu - und macht somit wohl das aktuell Beste: die Ruhe bewahren.

Der SC Berchum/Garenfeld erlebte beim 1:2 gegen Bommern einen Sonntag, den man lieber übersprungen hätte. Leonardo Fazio zum Beispiel wurde in der 23. Minute für den verletzten Vladimir Kunz (fehlt wochenlang) eingewechselt, ehe er 25 Spielminuten später das Feld mit einer Gelb-Roten Karte unfreiwillig wieder verließ. Trainer Frank Henes kennt weitere Gründe: "Die haben unser Spiel gespielt. Wir kontern ja auch ganz gerne." Das hat nicht so gut geklappt an diesem Sonntag, den die Berchum/Garenfelder ganz gerne übersprungen hätten.