Bei der HSG stimmte die Einstellung nicht

Hinter den Handballern der HSG Schwerte/Westhofen liegt ein Wochenende der Extreme. Die Damen und Mädchenmannschaften feierten Erfolge, während die Landesliga-Herren eine rekordverdächtige Niederlage kassierten. Wir geben Antworten auf die brennendsten Fragen nach dem 21:48-Debakel.

Schwerte.. Eine Niederlage mit 27 Toren Unterschied - schier unglaublich. Und eine Niederlage, die Fragen aufwirft.

Wie konnte es zu einer Pleite dieser Größenordnung kommen?
Ganz klar: eine Sache der Einstellung. Vor allem 27 Gegentore in den ersten 30 Minuten sind nur damit zu erklären, dass sich die Gegenwehr der Mannschaft beim torhungrigen Tabellenzweiten auf ein Minimum beschränkt hat. "Schwerte war ein dankbarer Gegner", wird Halingens Trainer Christoph Gutzeit von den Mendener Kollegen zitiert - charmant untertrieben.

Wird diese Niederlage Konsequenzen für den Trainer haben?
Wohl kaum. Mischa Quass, sportlicher Leiter der HSG, ließ jedenfalls keinen Zweifel daran, an Trainer Niclas Kohl festzuhalten. "Natürlich ist so ein Ergebnis nicht akzeptabel, und darüber wird auch zu sprechen sein. Aber Niclas Kohl ist in seiner vierten Saison unser Trainer und macht richtig gute Arbeit. Es ist das erste Mal in dieser Zeit, dass wir so eine Phase haben. Da muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen", so Quass. Und auch Kohl selbst machte bei allem Frust über die desolate Vorstellung am Tag nach dem Spiel nicht den Eindruck, als werde er die Brocken hinwerfen.


Sind Konsequenzen auf dem Spielersektor zu erwarten?
Nein.- Trainer Kohl sind die Hände gebunden. Aufgrund des relativ kleinen Kaders gibt es keinen allzu ausgeprägten internen Konkurrenzkampf. So werden sich alle Beteiligten zusammenraufen müssen, um gemeinsam daran zu arbeiten, sich aus der misslichen Situation zu befreien.

Das 21:48 war die sechste HSG-Niederlage in Serie. Hat damit der Abstiegskampf begonnen?
Blicken wir auf die Tabelle: Mit 13:19-Zählern steht die HSG als Tabellenneunter vier Punkte vor der Abstiegszone. Das ist noch ein ordentliches Polster, aber kein Ruhekissen. Und in den nächsten Wochen warten anspruchsvolle Aufgaben, denn vier der kommenden fünf Gegner der Schwerter stehen unter den ersten Sechs der Tabelle.