Bei den BVB-Frauen schrillen die Alarmglocken

Am Tag danach hatte sich der Sportliche Leiter Jochen Busch noch lange nicht beruhigt. Ohne Kampf, ohne den Willen, sich richtig zu wehren, hatte er die Hanballerinnen des BVBs gesehen. Die Quittung war eine rundum verdiente 29:34 (13:16)-Niederlage bei Union Halle-Neustadt. Auch Trainerin Ildiko Barna übte harte Kritik.

Dortmund.. Es war das dritte Rückrundenspiel der BVB-Handballerinnen in der Fremde, die mehr als karge Bilanz von einem schlappen Punkt treibt den Schwarzgelben heftige Sorgenfalten ins Gesicht. "Wir müssen schleunigst etwas ändern", sagte Jochen Busch, "die Einstellung stimmt aber gar nicht".

Bittere Enttäuschung

Und einmal so schön in Fahrt, fügte der Sportliche Leiter noch hinzu: "Manchmal hat man den Eindruck, einige sind zu faul, noch einen entscheidenden Schritt zu gehen."

Ildiko Barna war "das Spiel richtig auf den Magen geschlagen, mit einem Essen bin ich heute überfordert". Die Sprache aber hatte es der Trainerin nicht verschlagen. Bitter enttäuscht sei sie, "wir haben uns richtig schlecht verkauft", und so sehr sie sich sonst auch immer schützend vor die Truppe stellt, diesmal fiel das Urteil ungeschönt aus.

Gar nichts Positives

"Unsere Abwehr war eine Katastrophe, auf den Außenpositionen haben wir ein Problem, und vom Kreis treffen wir auch nicht." Und da Mandy Burrekers weit hinter ihrer Glanzform im Tor zurück blieb, gab es wenig bis gar nichts Positives zu berichten.

Sicher, Halle-Neustadt ist "keine Laufkundschaft", wie Busch betonte, aber das entschuldige nicht, dass es an der rechten Einstellung fehlte, dass die nötige Konzentration nicht vorhanden war. Schon auf der Hinfahrt habe er im Bus über die lockere Stimmung gestaunt, "da fehlte es ganz offensichtlich an der nötigen Anspannung".

Rückstand hinterhergelaufen

Und so lief der BVB in den 60 Minuten fast immer einem Rückstand hinterher, was auch immer Ildiko Barna an Umstellungen und taktischen Veränderungen versuchte, nichts fruchtete. "Wenn man nicht 100-prozentig bei der Sache ist, dann gewinnt man solche Spiele nicht", sagte die BVB-Trainerin.

In der eigenen Halle würde sich die Mannschaft zerreißen, "aber auswärts darf man so nicht auftreten". Und um auch gar keine Zweifel zu lassen: In der Tabelle spitzt sich die Lage zu, noch lebt die Mission Aufstieg, "aber es wäre schade, wenn wir es uns selbst kaputt machen würden". Erstmals in dieser Saison schrillen bei der Borussia alle Alarmglocken.