Axel Schmeing: 20 Mal Endrunde, aber ohne Titel

In 30 Jahren Hallenfußball-Stadtmeisterschaft erlebte auch Axel Schmeing so einiges. Der Trainer des Landesligisten SV Brackel 06 berichtet im Gespräch mit Enrico Niemeyer von vielen Highlights und Veränderungen.

Dortmund.. Axel Schmeing, vor zwei Jahren sorgten Sie mit ihrem Spruch "Wenn ich einem den Titel gönnen würde, dann wäre das ich selbst" für ordentlich Spaß. Wie kamen Sie zu der Aussage?
Axel Schmeing: Ganz einfach: ich habe in 21 Jahren 20 Mal die Endrunde erlebt. Den Titel habe ich aber weder als Spieler noch als Trainer gewinnen können. Das fehlt auf meiner Liste.

Gab es denn auch ohne den Titel Highlights?
Schmeing: Auf jeden Fall! Ich erinnere mich noch sehr gut an die Runde 1992/93. Damals habe ich als blutjunger Spund mit 19 Jahren bei SF Nette gespielt. Wir lagen kurz vor Schluss mit 2:1 gegen den späteren Stadtmeister VfR Sölde in Führung und ich stand frei vor dem Tor. Doch statt den Sieg zu markieren, habe ich die Hallendecke auf ihre Beständigkeit getestet. Am Ende gab es nur ein 2:2.

Erinnern Sie sich auch nochan Finals, die Sie verloren haben?
Schmeing: Zwei Mal stand ich mit dem Hombrucher SV im Endspiel. 1998 verloren wir mit 1:2 gegen die Amateure des BVB, 2000 schlug Arminia Marten uns mit 3:0. Da hatte ich die Rolle des tragischen Helden inne, der erst das 0:1 und dann den Achtmeter zum 0:2 verschuldete und eine Zeitstrafe erhielt.

Wie stehen denn in Ihrer 21. Auflage die Chancen auf einen Titelgewinn?
Schmeing: Dieses Jahr haben wir keine so starke Hallentruppe wie im Vorjahr. Aber bisher hatten wir Glück, das kann gerne so bleiben.

Was hat sich in zwei Jahrzehnten für Sie am meisten verändert?
Schmeing: Man muss sagen, dass die Spielweise früher für Zuschauer viel interessanter war, weil der Torwart nicht bis zur Mittellinie durfte. Das ist wohl auch das Verschulden von mir und meinem ehemaligen Torhüter Daniel Dreesen. Wir haben das extreme Torwartspiel damals miterfunden. Nun ist alles sehr von Taktik geprägt. Würden Sie etwas verändern?
Schmeing: Ich würde den Spielbereich für Torhüter wieder eingrenzen. Bei der Neuerung des Kunstrasens in der Endrunde bin ich bisweilen noch skeptisch, lasse mich aber gerne überzeugen. Denn ich glaube, dass der Rasen das Spiel erneut langsamer macht. Da bin ich ein Verfechter des guten alten Hallenbodens.
Gibt es denn - unabhängig vom Ausgang - hinterher wieder nette Anekdoten von Ihnen?
Schmeing: Das auf jeden Fall, denn der Spaß sollte ja bei allen sportlichen Ambitionen weiter im Vordergrund stehen. Wenn ich mir die Halle im Vorfeld ansehe, spüre ich schon eine Gänsehaut.