Ausbildungsauftrag bleibt - BVB II soll oben mitspielen

Bayer Leverkusen hat sein Regionalligateam im vergangenen Jahr vom Spielbetrieb abgemeldet, der VfL Bochum löst seinen Unterbau im Seniorenbereich auf. Gibt es derlei Überlegungen auch bei Borussia Dortmund, nachdem der Abstieg der U 23 in die Regionalliga seit Samstag feststeht?

Dortmund.. "Ich halte das für den komplett falschen Weg", gibt Lars Ricken, Nachwuchs-Koordinator beim BVB, eine unmissverständliche Antwort. "Wir haben uns klar für den U 23-Weg entschieden." Die Philosophie des Klubs sei es nicht, die Ausbildung mit dem U 19-Bereich abzuschließen. "Da wir keine Schüler oder Studenten haben, gibt es ganz andere Zeitkapazitäten. Die Trainingswochen sind bei uns mit Inhalten vollgepackt. Die Spieler arbeiten bei uns wie Vollprofis."

"Wollen Siegermentalität ausbilden"

Zwar hätte man gern die Liga erhalten, aber auch in der 4. Liga könne man den Ausbildungs-Auftrag erfüllen. In einer Hinsicht sieht er sogar einen Vorteil in der Regionalliga-Zugehörigkeit. "Wir wollen auch die Siegermentalität ausbilden und das impliziert, dass man deutlich mehr Spiele gewinnt", sagt Lars Ricken.

Für Trainer David Wagner wird sich grundsätzlich wenig ändern. "Der Umbruch wird wie jedes Jahr sein. Wir tauschen ja jedes Jahr annähernd die halbe Mannschaft aus", sagt der Fußball-Lehrer, die Jungs seien in der Regel zwei Jahre da. "Und wenn sie es bei uns nicht schaffen, ziehen sie weiter." Das seien normalerweise zwischen acht und zwölf Spieler.

Keine konkreten Namen

Zwar sind schon einige Personalentscheidungen gefallen, doch sind durch den jetzt feststehenden Abstieg auch einige Planungen über den Haufen geworfen worden. "Klar hatten wir schon Zusagen von Spielern, die gesagt Haben: ‚Geile Sache, aber nur für die dritte Liga‘. Auf der anderen Seite haben wir aber auch ligaunabhängige Zusagen", erklärt der BVB-II-Trainer ohne konkrete Namen zu verraten. Das wolle man wohl erst nach dem letzten Spieltag tun.

Fest steht aber schon der Zugang von Michael Eberwein, der vom FC Bayern München nach Dortmund kommt. Der großgewachsene, schnelle Angreifer soll in der kommenden Saison für Tore sorgen. Vom VfL Bochum kommt Atakan Karazor. Der 18-jährige Mittelfeldspieler spielt im A-Junioren-Bundesligateam des Reviernachbarn.

Jordanov verlässt den BVB

Feststeht auf der anderen Seite, dass Edisson Jordanov die Borussia verlassen wird. Der bulgarische Mittelfeldspieler, der vor zwei Jahren von Hansa Rostock kam, bleibt der 3. Liga erhalten und wechselt zu den Stuttgarter Kickers.

Während Jordanov weiß, wohin sein Weg führt, kann sich Marc Hornschuh seit Sonntag da nicht mehr so sicher sein. Zwar hat der Kapitän einen Vertrag beim FSV Frankfurt unterschrieben, doch der gilt nur für die Zweite Liga. "Das war ein Scheiß-Wochenende", sagt der sympathische Abwehrspieler frei heraus, nachdem er mit dem BVB II abgestiegen war und sein vermeintlich neuer Klub auf den Relegationsplatz abrutschte.

"Das Gerüst steht"

Auch die Zeiten von Evans Nyarko, Oguzhan Kefkir, Ufuk Özbek, Mustafa Amini und Julian Derstroff dürften beim BVB zu Ende gehen. Dagegen haben Tammo Harder, mit bisher 13 Saisontreffern bester Dortmunder Torschütze, und Routinier David noch gültige Verträge. Das gilt auch für Torhüter Zlatan Alomerovic. Mit ihm und Hendrik Bonmann würde der BVB über zwei Torhüter mit mehr als Regionalliga-Niveau verfügen.

"Das Gerüst für die neuen Kader steht", sagt Lars Ricken und fügt hinzu: "Ich bin sicher, dass wir eine Mannschaft zusammenstellen, die in der Regionalliga ganz oben mitspielen kann."