Anreiz ist die sportliche Perspektive
03.12.2009 | 19:25 Uhr 2009-12-03T19:25:00+0100
Beim ASC 09 sind die A-Jugendlichen auch für die erste Mannschaft (fast) unverzichtbar. Der Kampf, sie auch in der nächsten Saison im Verein zu halten, hat längst begonnen.
Die Vorgabe bei der Saisonplanung war klar: In dieser Spielzeit sollte die Landesliga-Mannschaft des ASC 09 nicht von der A-Jugend abhängig sein. Und Karsten Liese, für den Bau des Kaders verantwortlich, konnte im Sommer immerhin einen nummerisch kompletten Zwölf-Mann-Kader präsentieren.
Dass die Talente aus der A-Jugend-Regionalliga regelmäßig auch bei den Senioren Spielpraxis sammeln sollten, war trotzdem geplant, nicht unbedingt die Wichtigkeit für die Schlagkraft. Am überraschenden 38:24-Sieg in Schalke hatten die vier eingesetzten Jugendlichen mit 17 Toren einen Löwenanteil, beim 35:23 über Ickern waren es 15. An diesem Sonntag, im Gastspiel beim VfL Kamen, wird die Landesliga-Mannschaft erste zum dritten Mal ohne die A-Jugendlichen auskommen müssen, denn die tragen nur knapp zeitversetzt ihr Meisterschaftsspiel beim alten Rivalen VfL Eintracht Hagen aus.
Karsten Liese, gemeinsam mit Spielertrainer Andy Roring in der Verantwortung, weiß sehr wohl, dass ihm die Jugendlichen fehlen werden, aber noch wichtiger als der Blick nach Kamen ist der Blick auf die kommende Saison.
Wird es gelingen, die größten Talente der Stadt beim ASC zu halten, oder wird der Club erneut bitteren Blickes zusehen müssen, wie sich nach und nach andere Clubs ihrer Jungs bedienen? Kein einziger Spieler aus der A-Jugend, die vor zwei Jahren in der Regionalliga spielte, ist dem ASC geblieben. Die meisten hat es zu anderen Dortmunder Clubs verschlagen, zu Verbandsligist OSC (Austermann, Tomlik, Schröter), zu den Landesliga-Spitzenclubs Borussia Höchsten (Bradtke, Grotemeyer) oder Westfalia Hombruch (Panhorst, Reimann), Kevin Bekel schaffte den Sprung in die Regionalliga nach Soest.
Kaum einmal war der finanzielle Anreiz entscheidend, fast immer stand die sportliche Perspektive im Vordergrund. Und genau hier will der ASC diesmal ansetzen. „Geld können wir nicht bieten”, stellt Liese klar, „aber wir wollen mit einem klaren Konzept für die kommende Saison punkten. Anders als vor zwei Jahren wollen wir für unsere Mannschaft eine komplexe Basis aufstellen, die dann gemeinsam mit den aufrückenden A-Jugendlichen zu einer sehr schlagkräftigen Einheit verschmelzen wird!”, – mit dem Potenzial für den Aufstieg.
Die ersten Gespräche mit den Jugendlichen hat Liese in den vergangenen Tagen geführt, und er glaubt bei allen Interesse gespürt zu haben: „Die gemeinsame Arbeit von A-Jugend und Landesliga-Herren macht Spaß, alle fühlen sich derzeit sehr wohl.”
Bleibt die Frage, ob sie möglichen materiellen Duftstoffen widerstehen können, oder doch dem Lockruf aus ganz hohen Regionen. Wie es sich anfühlt, bei einem Bundesligisten zu trainieren, durften die ASC-Jungs als ausgewählte Gäste bei Jens Pfänders Ahlener SG erleben...
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