Alomerovic will in Kaiserslautern durchstarten

Das Trikot ist rot, nicht mehr schwarzgelb. Die Menschen sprechen pfälzisch, nicht mehr „Pott“. Und der Kampf ums Tor tobt nicht mehr in der 3. Liga, sondern in Liga 2. Für den früheren BVB-II-Keeper Zlatan Alomerovic ist beim 1. FC Kaiserslautern alles neu und aufregend. Die "Nummer 1“ ist das Ziel.

Dortmund.. Wenn es in Deutschland so etwas wie einen Torwart-Schmied gibt, dann ist das Gerry Ehrmann. Der frühere Keeper des 1. FC Kaiserslautern, als Spieler immerhin Deutscher Meister und Pokalsieger, ist in seinem zweiten Leben fast noch erfolgreicher als im ersten. Tim Wiese, Florian Fromlowitz, Tobias Sippel, Kevin Trapp und der heutige BVB-Keeper Roman Weidenfeller wuchsen unter seiner Anleitung am Betzenberg zu Bundesliga-Torhüter heran. Die Vita des 56-jährigen Torwarttrainers der "Roten Teufel" ist beeindruckend.

Neue Herausforderung

Der Nächste, der den Sprung schaffen möchte, ist Zlatan Alomerovic. Der frühere BVB-II-Keeper entschied sich im Sommer, nach neun Jahren bei den Schwarzgelben eine neue Herausforderung zu wagen. In Dortmund war die Tür nach oben zu, beim Zweitligisten Kaiserslautern aber sah er die Chance, die Nummer 1 zu werden. Logisch, dass bei seinem Entschluss auch der Name Gerry Ehrmann eine Rolle spielte.

"Ich habe mit Roman Weidenfeller vor meiner Unterschrift über Kaiserslautern und natürlich auch über Gerry Ehrmann gesprochen", sagt Alomerovic im Gespräch mit dieser Redaktion. "Roman hat nur geschwärmt - und Gerry ist auch wirklich genau so, wie er es mir beschrieben hat." Im Training des Torwarttrainer-Routiniers, der durchaus auch als Bodybuilder durchgehen würde, stehen viele Kraft-Übung auf dem Programm - genau nach Alomerovics Geschmack.

Erste Erfahrungen mit Ehrmann

"Das Training mit Gerry macht Spaß. Er lobt, wenn man es gut macht, spart aber auch nicht mit Kritik, wenn man etwas nicht richtig macht", berichtet Alomerovic von den ersten Erfahrungen mit Ehrmann. Das Wichtigste aber: "Gerry kann dich im Training auch schon mal fertigmachen. Aber er ist immer für dich da, wenn es sein muss, auch um 3 Uhr nachts. Als Torwart wünscht man sich genau so einen Trainer."

Kopf an Kopf mit Konkurrent Marius Müller (21), einem langjährigen Ehrmann-Schüler, geht Alomerovic ins Duell ums Kaiserslauterer Tor. "Es ist ein offenes Rennen, wir begegnen uns auf Augenhöhe", sagt der Wittener zum Zweikampf mit dem Lauterer Eigengewächs.

Der Herausforderung gewachsen

Einen Vorteil darin, dass Müller im Klub aufgewachsen ist, sieht Alomerovic nicht. Im Gegenteil: "In Dortmund war es für mich auch eher ein Nachteil. Aber im Endeffekt zählt nur, was du auf dem Platz zeigst." Und hier sieht sich Alomerovic dank jahrelanger Profi-Ausbildung in Dortmund der Herausforderung gewachsen.

"Zlatan ist keiner, der kommt, um auf der Bank zu sitzen", sagt sein Trainer Ehrmann. Chefcoach Kosta Runjaic schätzt seinen Neuzugang als "sehr positiven und emotionalen Menschen", als "Sonnenschein-Typ", aber auch als "Paket", an dem so schnell keiner vorbeikomme. So soll es, wenn es nach Alomerovic geht, auch Müller gehen.

Noch keine Wohnung

An einer Schwierigkeit aber hat sich der frühere Dortmunder bislang vergeblich die Zähne ausgebissen: an der Wohnungssuche. Zu klein, zu groß, schon vermietet - bislang passte es noch nicht. Aber mit der "1" auf dem Rücken" ließen sich wohl auch die zusätzlichen Nächte im Hotel verschmerzen.

Zlatan Alomerovic wurde am 15. Juni 1991 in Prijepolje im heutigen Serbien geboren. Im Alter von acht Jahren zog er mit seiner Familie nach Witten.
1999 meldete er sich beim TuS Heven an. Über die Stationen SV Bommern 05, SV Herbede und den FSV Witten landete er 2006 in der Jugend von Borussia Dortmund.
Für den BVB bestritt er 112 Pflichtspiele für die U23, bevor er den Verein im Sommer nach neun Jahren verließ.