Alomerovic lässt Kaiserslautern verzweifeln
22.02.2012 | 21:56 Uhr 2012-02-22T21:56:00+0100
Na also, es geht ja auch zu Hause: mit dem 2:1 (2:0)-Erfolg über die Zweitformation des 1. FC Kaiserslautern, dem erst zweiten Heimsieg der laufenden Saison, aber dem dritten „Dreier“ in Folge, machte Borussias Regionalliga-Mannschaft einen Sprung auf Rang vier und ist nun wieder erster Verfolger des Spitzentrios aus Lotte, Gladbach und Trier.
Allerdings bedurfte es einer nicht unerheblichen Portion Glück und eines bärenstarken Zlatan Alomerovic, um die Punkte in der Roten Erde zu behalten.
Der Torhüter, der auch am Sonntag in Idar-Oberstein zwischen den Pfosten stehen wird, sah zwar beim Anschlusstreffer von Andrew Wooten, als er den Ball nach einer Ecke schon sicher izu haben schien, nicht gut aus (51.), doch dafür zeigte er gleich ein gutes halbes Dutzend Glanzparaden, war in 1:1-Situationen ebenso wenig zu überwinden wie auf der Linie.
Keine Sicherheit trotz früher 2:0-Führung
„Wir sind an Alomerovic verzweifelt“, brachte FCK-Trainer Alois Schwartz das Geschehen auf den Punkt. Ein dickes Lob erntete der Keeper auch von seinem eigenen Coach David Wagner: „Zlatan hat uns absolut im Spiel gehalten und heute seine beste Partie für uns gemacht.“
Neben BVB-Chef Hans-Joachim Watzke war auch Jürgen Klopp gekommen, um sich ein Bild vom Leistungsstand der Talente und vor allem seiner drei Leihgaben zu machen. Ilkay Gündogan, Patrick Owomoyela und Chris Löwe leisteten sich keine großen Fehler, ohne allerdings durch herausragende Aktionen besonders auf sich aufmerksam machen zu können.
Die Borussen lebten in dieser von hohem Tempo und viel Einsatz geprägten Partie auf schwer bespielbarem Boden von ihren frühen Toren. Erst hatte Ensar Baykan getroffen, nachdem Lauterns später mit einer Ellbogenverletzung ausgeschiedener Torhüter Marco Knaller noch gegen Terrence Boyd toll reagiert hatte (8.). Das 2:0 ließ Boyd selbst folgen: per Strafstoß nach Foul an Marvin Bakalorz (20.).
Allerdings war es schon einigermaßen kurios, dass der BVB zu diesem Zeitpunkt durch seine bis dahin einzigen nennenswerten Offensivaktionen so klar vorne lag. Die Pfälzer hatten die längst nicht immer sattelfeste Dortmunder Defensive schon in dieser Phase mehrfach in die Bredouille gebracht und sie ließen auch nicht locker, als Hendrik Zuck nach einer halben Stunde am Pfosten scheiterte. Nach dem Anschlusstor war es nochmals Zlatan Alomerovic zu verdanken, dass die Partie bei zwei weiteren Lauterer Großchancen nicht kippte (69., 71.).
Den zahlreichen Gästemöglichkeiten entsprechend, zeigte sich David Wagner mit dem Abwehrverhalten ganz und gar nicht zufrieden. „Der Sieg“, gestand er ehrlich, „war absolut unverdient.“
INFO
Pause für Vrancic
Eine Zwangspause muss Mario Vrancic einlegen: der Mittelfeldspieler sah in dieser Saison als zweiter Borusse nach Terrence Boyd die fünfte Gelbe Karte und fehlt damit am Sonntag in Idar-Oberstein.
Auch Boyd wird dann nicht dabei sein: er verabschiedet sich heute zum Testspiel der US-amerikanischen Olympia-Auswahl gegen Mexiko.
Rico Benatelli, der nach der Pause einige gute Szenen hatte, ist am Sonntag wieder eine gute Option für die Startelf, zumal dann mit Spielern „von oben“ nicht zu rechnen ist.
Ilkay Gündogan ist bereits der 31. Akteur, den David Wagner in dieser Saison einsetzte. Chris Löwe kam zu seinem vierten, Patrick Owomoyela zu seinem zweiten Einsatz in der laufenden Spielzeit.
2:Tore:Zuschauer:
07:45
Bitte die Zuschauerzahl nachtragen: 570
Doch wieso loben Sie Torwart Alomerovic so über den grünen Klee? Es war ein saudummer Fehler, der zum 2:1 Anschlußtreffer führte. Den Ball nach einer Ecke bereits sicher in den Händen, dann fallen gelassen und Lauterns Torjäger zum Schuss in den leeren Kasten eingeladen. Da freut sich nicht einmal ein D-Jugend-Trainer.
Ohne diesen dicken Patzer wäre das Spiel nie so spannend geblieben. Tut mir leid, aber Alomerovics Leistung kann bestenfalls als ‚befriedigend‘ durchgehen. Denn ich darf erwarten, daß ein Torwart in der Regionalliga auch mal ein paar schwierige Bälle hält. Sonst könnte der BVB II auch meinen Großvater ins Tor stellen (die Oma darf ja nicht).