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Handball-Stadtmeisterschaft : OSC und ASC jubeln

Dortmund, 30.08.2009, Volker Surkamp

Zwei neue Titelträger bei den Handball-Stadtmeisterschaften: Der OSC setzt sich bei den Männern durch, der ASC bei den Frauen.

Männer: Der OSC ist Handball-Stadtmeister 2009. In einem hochklassigen, fast bis zur letzten Sekunde spannenden Finale setzte sich der Verbandsligist mit 10:8 gegen Titelverteidiger Höchsten durch. Ausschlaggebend war die Spur mehr Cleverness beim OSC - in Person von Florian Edeling. Der kleine Filigrantechniker entschied nach dem 8:8-Gleichstand mit seinen zwei Toren das Turnier.

Kein Zweifel, das war am Samstag der Startschuss zur Saison 2009/10. Bei den DOKOM21-Stadtmeisterschaften erlebte die Handball-Gemeinde nicht nur den Kampf um die prestigeträchtigen Titel, sondern einen echten Vorgeschmack auf die in 14 Tagen beginnende neue Spielzeit.

Info

Männer

Finale: OSC - Höchsten 10:8

Halbfinale: OSC-Hombruch 9:7, Höchsten - HC Süd 12:5

Die Tabellen der Vorrunden:

Gruppe 1: 1. HC Süd 8:0 40:23, 2. ASC 09 6:2 39:27, 3. Oespel-Kley 4:4 24:28, 4. Materloh 2:6 26:34, 5. Scharnhorst 0:8 17:34.

Gruppe 2: 1. Höchsten 8:0 37:12, 2. Brechten 6:2 32:22, 3. Hörde 4:4 28:24, 4. Huckarde 2:6 19:27, 5. Normannia 0:8 11:37.

Gruppe 3: 1. Hombruch 6:0 27:14, 2. Dorstfeld 4:2 22:21, 3. ÖSG Viktoria 2:4 21:25, 4. Eving-L. 0:6 17:27

Gruppe 4: 1. OSC 8:0 42:18, 2. HC Süd II 6:2 26:23, 3. Schüren 3:5 29:30, 4. DJK Saxonia 3:5 26:27, 5. Aplerbeckerm. 0:8 9:34.

Frauen

Finale: SC Aplerbeck - BVB II 7:6

Halbfinale: ASC - Hörde 14:8, BVB II - Oespel-Kley 7:4

Die Tabellen der Vorrunden

Gruppe 1: 1. Oespel-Kley 4:2 26:10, 2. TV Brechten 4:2 12:8, 3. Ewaldi Aplerb. 4:2 14:14, 4. Mengede 0:6 5:25

Gruppe 2: 1. BVB II 6:0 30:10, 2. Huckarde 4:2 18:18, 3. ÖSG Viktoria 2:4 13:18, 4. Normannia 0 :6 9:24

Gruppe 3: 1. Hörde 4:0 15:6, 2. HC Süd 2:2 12:15, 3. Dorstfeld 0:4 8:14

Gruppe 4: 1. ASC 09 6:0 34:12, 2. Hombruch 4:2 19:18, 3. DJK Saxonia 2:4 14:25, 4. Scharnhorst 0:6 11:23

Kai Ruben, Trainer von Westfalia Hombruch und Organisationsleiter in Personalunion, lag mit seiner Einschätzung ganz dicht bei der Realität: „Es gibt momentan in Dortmund drei bis vier Mannschaften auf ähnlichem Niveau. Da muss dann die Tagesform entscheiden.”

In der Tat hatten genau die vier Mannschaften die Nachmittags-Endrunde in Hacheney erreicht, die nach ihren letzten Meisterschaftsplatzierungen da erwartet worden waren: Jeweils ohne Punktverlust hatten die Verbandsligisten HC Süd und OSC sowie die Landesligisten Borussia Höchsten und Westfalia Hombruch ihre Vorrunden gewonnen. Und in den Halbfinals bewiesen alle vier, dass sie dieses Turnier unbedingt gewinnen wollten. Mit vielen Fragezeichen war der Auftritt des völlig neu formierten Oberliga-Absteigers HC Süd erwartet worden. Lange hielt die Mannschaft von Trainer Martin Denso gut gegen Titelverteidiger Höchsten mit. Erst in der zweiten Spielhälfte schwanden die Kräfte, und der in der Breite deutlich besser besetzte Landesligist siegte noch deutlich mit 12:5. „Wir wollten nach der guten Vorrunde unbedingt ins Finale”, sagte der enttäuschte Denso, „ohne Dirk Cipa hat uns am Ende die Alternative im Rückraum gefehlt.”

Wesentlich enger war es im zweiten Halbfinale. Der OSC musste zwei Zeitstrafen verkraften ehe er sich dank starker Rückraumschützen am Ende mit 9:7 durchsetzte. Für den privat verhinderten OSC-Trainer Carsten Lueg übernahm dessen Partner Roland Wilms mit viel Emotion das Coaching und trieb seine Mannschaft zum Sieg.

Das Endspiel blieb bis zur letzten Minute völlig offen. Das frühe Höchstener 1:0 durch Jan Gettys hatte bis zur 7. Minute Bestand, erst zwei Gegenstöße und Siebenmeter des OSC lockerten den Abwehr-Beton des Titelverteidigers. Der jetzt höchst attraktive offene Schlagabtausch hielt die Partie bis zum 8:8 offen, ehe der etwas glücklichere OSC jubeln durfte.

In der Vorbereitung hatte der Verbandsligist noch die Kontinuität vermissen lassen, aber rechtzeitig zum Meisterschaftsstart scheint der OSC in die Spur zu finden. Eigentlich lautet das Saisonziel: Nummer eins in Dortmund zu werden. Der Stadtmeister-Titel ist kein schlechter Einstieg.

Da jubeln die neuen Stadtmeister. Die Frauen des ASC gewannen das Finale. (Foto: Knut Vahlensieck) Foto: Knut Vahlensieck

Frauen: Wer bei den Frauen am Ende das Finale bestreiten würde, war eigentlich schon im Vorfeld klar - zu deutlich überlegen zeigten sich Titelverteidiger BVB 2 und ASC 09 der klassentieferen Konkurrenz. Die Überraschung gab es dann aber im Finale: Nicht der favorisierte Oberligist holte sich den Titel, sondern die junge Mannschaft des Aplerbecker Verbandsligisten. Frank Moormann, der neue Coach, der in Aplerbeck den Wechsel von Routine zum talentierten Nachwuchs lenken soll, war natürlich hoch zufrieden mit seinem Einstand: „Ich bin noch nie Stadtmeister geworden. Dafür musste ich erst Frauen-Trainer werden.”

Noch musste die Routine den ASC zum Titel führen. Mit einer überragenden Claudia Westerheide war die Mannschaft ins Finale marschiert, und dort hatte Andrea Müller in der letzten Minute den Siegtreffer zum 7:8 über den BVB erzielt. Aber als Westerheide schon früh im Endspiel verletzt passen musste, bewiesen auch die Jüngeren, unter ihnen zwei A-Jugendliche, dass man auf sie bauen kann.

Der BVB wäre in Bestbesetzung vermutlich nicht zu schlagen gewesen, immerhin fehlten mit Julia Koopman, Linda Barz, Juliane Möller, Annika Kriwat und Jenny Breitenstein fast eine komplette erste Besetzung. Das wollte der neue Trainer Ralf Wolters aber nicht als Entschuldigung gelten lassen: „Wenn wir unsere Leistung abgerufen hätten und bei etwas mehr Glück mit den Schiedsrichtern, wäre die Partie nie spannend geworden.” 

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