24-Stunden-Rennen mit Staub und Schlamm
02.09.2010 | 13:52 Uhr 2010-09-02T13:52:00+0200
Dortmund.Das Team Nutrixxion beim 24-Stunden-Rennen im Landschaftspark Duisburg: Mountainbikerin Sina Resch aus Dortmund berichtet im Rahmen unserer Serie vom Sieg zwischen Staub und Schlamm.
Es ist drei Uhr nachts. 14 Stunden habe ich bereits hinter mir, 10 weitere gilt es noch zu bewältigen. Abwechselnd mit meiner Teampartnerin begebe ich mich immer wieder auf die 6,9 Kilometer lange Strecke durch den Duisburger Landschaftspark.
Was sich für andere völlig verrückt anhört, ist für Mountainbiker das letzte Abenteuer. Rund um die Uhr sind 400 Fahrer aus den verschiedenen Zweier-, Vierer, -Achterteams oder als Solofahrer auf der Strecke. Auf dem riesigen Teamareal campieren insgesamt 7000 Fahrer und Betreuer. Das Duisburger 24h-Rennen ist die größte Mountainbikeveranstaltung in NRW, und so lockte es auch mich wieder in die gigantische Industriekulisse.
Verbesserung des zweiten Platzes anvisiert
Nachdem ich im Vorjahr bereits im Viererteam einen zweiten Platz feiern konnte, wollen wir dieses Mal das Podium der weiblichen Zweierteams für die schwarz-grünen Farben aus Dortmund erobern.
Als um 13 Uhr der Startschuss fällt, verwandelt sich die Strecke zu einer einzigen Staubwolke. Ich lasse es jedoch erst einmal ruhig angehen, 24 Stunden sind lang und 12 davon werde ich auf dem Rad verbringen müssen.
Abstimmung passt
Von Beginn an läuft es gut, die Abstimmung mit meiner Teampartnerin Michaela Schniederjan passt, jeder fährt zwei Runden dann wird gewechselt.
Als es dunkel wird, haben wir bereits zwei Runden Vorsprung auf das zweitplatzierte Frauenteam herausgefahren. Wir erhöhen unsere Rundenzahlen, jeder fährt nun drei Runden. Die Strecke ist nicht beleuchtet, jeder muss mit Lampe fahren und vorsichtiger sein, um nicht zu stürzen.
Beinahe Sekundenschlaf in der Nacht und Abbruch
Nachts ab drei Uhr muss ich mich am meisten quälen, zwischendurch verfalle ich auf dem Rad fast in Sekundenschlaf, wir reduzieren die Rundenzahl wieder. Als es schließlich anfängt zu regnen, ist der innere Schweinehund der größte Gegner.
Trotzdem halten wir durch, es wird wieder hell. Der Regen wird jedoch schlimmer, die Strecke gleicht einer riesigen Seenlandschaft, morgens kommt auch noch Gewitter hinzu. Dem Veranstalter bleibt nichts anderes, als das Rennen abzubrechen.
Sieg nach 190 Kilometern und 10,5 Stunden
Zu dem Zeitpunkt habe ich bereits 10,5 Stunden auf dem Rad verbracht, bin 190 Kilometer bergauf und bergab gefahren. Darüber, dass die letzten vier Stunden ausfallen, bin ich in dem Moment nicht allzu böse.
Den emotionalen Abschluss bildet für uns die Siegerehrung. Bis zum Abbruch haben wir uns bereits fünf Runden Vorsprung auf das zweite Team erkämpft. Auf dem obersten Podest dürfen wir unsere Pokale in die Höhe recken.
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