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Jugendfussball

Zum Schreien ungerecht?

13.11.2012 | 21:28 Uhr
Zum Schreien ungerecht?
Zweistellige Niederlagen Woche für Wocheund lange Anfahrtswege: nach der Neueinteilung der Staffeln gibt es noch VerbesserungsbedarfFoto: Felix Hoffmann

Dorsten. Deprimierende Fußballnachmittage mit zweistelligen Niederlagen gegen ältere Gegner nerven nicht nur die jüngsten Fußballer in Dorsten, sondern auch den Fußballkreis Recklinghausen. Der versucht dem spielerischen Ungleichgewicht mit einer Staffelneueinteilung gegenzusteuern, nicht ohne Nebenwirkungen.

Der vierjährige Mats sitzt verloren und niedergeschlagen vor seinem Tor, gerade hat er den zehnten Gegentreffer kassiert. Wenige Tage später tauchen neue Riesen vor ihm auf, wieder muss er den Ball aus den Maschen holen. Aufgeben kommt für Mats nicht in Frage, trotzdem nerven den Torwart die ständigen Debakel gewaltig.

Seit Saisonbeginn mussten sich Mats und viele andere G-, F- und E-Jugendfußballer im Kreis mit dem gleichen Ärgernis herumschlagen. In den verschiedenen Staffeln trat Jungjahrgang gegen Altjahrgang an, starke Teams trafen auf Anfänger. Teilweise lagen zwischen den Kickern zwei Jahre, eine Welt in solch einer frühen Phase der Fußballerlaufbahn. Zu Stande kam die Einteilung etwa durch die falsche Einschätzung der Spielstärke durch die eigenen Vereine, die folgenden Ergebnisse sprachen Bände. Der Spaß am Fußball blieb Woche für Woche auf der Strecke. Zu einem bisher einmaligen Eingriff entschied sich der Fußballkreis Recklinghausen deshalb im vergangenen Oktober.

Während der laufenden Saison veränderten Jugendobmann Uwe Matecki und Spielleiter Bernd Trockel die Einteilung der Staffeln von den Minikickern (G-Jugend) bis zur E-Jugend. „Wir hatten viele Spiele, in denen Mannschaften zweistellig gewonnen haben. Dem wollen wir einen Riegel vorschieben, der Spaß am Fußball soll für alle erhalten bleiben“, sagte Matecki vor knapp einem Monat. Der Resetknopf ist gedrückt, Ende Oktober starteten die Jugendfußballer bei Null. Aus dem Neu- wurde allerdings ein Stotterstart, vielerorts gibt es noch Probleme.

Bei den Minikickern II des SV Hardt etwa. Die kamen als Fußballneulinge eigentlich gut zurecht und konnten sich zu Saisonbeginn über erste Torerfolge und Siege freuen. Das ist angesichts von Gegnern wie der SG Suderwich oder dem TSV Marl-Hüls aber jetzt vorbei. „Wir sind motiviert, ziehen uns um und unterliegen dann zweistellig. Meine jungen Spieler haben überhaupt keine Chance, da sehe ich keinen Sinn. Das Verständnis fehlt mir komplett“, ärgert sich ihr Trainer Thorsten Beckmann.

Ähnliche Reibungspunkte mit der neuen Einteilung sieht auch Norman Mischling, sowohl Trainer der F- und E-Jugend als auch Jugendleiter bei SuS Hervest-Dorsten. Er hat auf Grund seiner starken Mannschaften bisher zwar wenig Grund zur Klage, zeigt aber Verständnis für die Kritik. „Wenn ich gegen einen Jungjahrgang spiele, lasse ich meine starken Spieler schonmal draußen. Mit 20 oder 30 Toren zu gewinnen, finde ich Irrsinn, ich kann sehr gut verstehen, dass da einige sauer sind.“

Die Resultate weiter genauestens im Blick hat der Fußballkreis, bei neuen Unregelmäßigkeiten will Uwe Matecki im Dezember handeln. „Eine erneute Umverteilung stelle ich mir aber schwierig und unübersichtlich vor“, glaubt Hervests Jugendleiter Mischling. Einige Dorstener Jugendfußballer dürfen sich also darauf einstellen, das Kicken bis zum Saisonende auf die deprimierende Tour zu lernen.

Bastian Rosenkranz



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