Weniger Probleme als erwartet Marathon 2008
20.06.2007 | 09:13 Uhr 2007-06-20T09:13:09+0200Rhader Leichtathlet Heiner Windbrake bewältigt mit gut 2200 weiteren Läuferinnen und Läufern die 100-Kilometer-Strecke im schweizerischen Biel
LEICHTATHLETIK 100-KILOMETER-LAUF Rhade/Biel(S). Die bislang größte Herausforderung seiner läuferischen Karriere hat Heiner Windbrake von den Rhader Sportfreunden erfolgreich gemeistert. Am vergangenen Wochenende absolvierte er den ersten 100-Kilometer-Lauf seines Lebens im schweizerischen Biel.
Der 40jährige Langstreckler schmunzelt, wenn er an seinen Lauf zurückdenkt: "Das war schon irre. Es ging einfach durch, von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation." Und spielte damit darauf an, dass die er Strecke problemloser bewältigt hatte, als im Vorfeld erwartet.
Mit dem Rhader Unterstützungsteam Elisabeth und Jörg Rudnik, Georg Lammers sowie Ehefrau Brigitte zur Basisstation Balsthal angereist, plagten Windbrake bei einem einsamen Spaziergang in den Wäldern des Schweizer Jura am Vortag des Laufes durchaus Zweifel: Wie verrückt muss ich eigentlich gewesen sein, mich zu dem Lauf anzumelden? Hatte ich genug trainiert? Würde meine Gesundheit Schaden nehmen?
Aber nicht den Respekt vor den 100 Kilometern und der Größe der Herausforderung ließ er im Wald zurück. Wohl aber die mentale Unsicherheit nach dem dreistündigen Spaziergang. Mit Zuversicht machte er sich so auch an die konkreten Vorbereitungen, schlief und entspannte viel.
Der Freitag grüßte dann mit Dauerregen. Elisabeth Rudnik bereitete die letzte Mahlzeit vor dem Lauf vor - natürlich Pasta. Und das Unterstützungsteam hatte schon seinen Plan bereit, wer Heiner Windbrake wann an der Strecke besuchen würde.
Bei der Abfahrt nach Biel um 20 Uhr - zwei Stunden vor dem Start - hatte der Dauerregen aufgehört. Zwei Minuten vor dem Start: Puls 58 - es konnte losgehen.
22 Uhr: Startschuss. Mehr als 2 200 Läuferinnen und Läufer setzten sich in Bewegung. Nach dem Start wurde es sehr schnell sehr dunkel. Glücklicherweise waren stets Läufer mit Kopflampen in der Nähe von Heiner Windbrake, so dass er seine eigene im Beckengurt lassen konnte.
Und es wurde still, fast gespenstisch still. Niemand sprach ein Wort, man hörte nur die Schritte der Läufer. In unregelmäßigen Abständen aufgestellte blinkende Taschenlampen wiesen den Weg auf den engen Wald- und Wiesenpfaden.
Bei Kilometer 38,5 traf Windbrake erstmals auf seine Freunde aus dem Unterstützungsteam. Von da ab dann an jeder zweiten Verpflegungsstation. Windbrake: "Ich freute mich jedes Mal, sie zu treffen, und ein paar aufmunternde Wort zu hören."
An jedem der 18 Verpflegungsstände ließ der Rhader sich Zeit - und nahm nahezu das volle Angebot in Anspruch: vor allem Wasser, aber auch Cola, Boullion, Zitronentee, Brot, Bananen, Orangen.
Auch als es wieder hell war, wurde wenig gesprochen. Im Vorbeilaufen sahen sich die Sportler kurz an, man lächelte sich zu. Konkurrenzdenken gab es nicht, in den flüchtigen Blicken lagen Mitgefühl und Hochachtung vor der Leistung des jeweils anderen.
Die Zeit verging schnell. Die beiden Regenschauer während des Laufs bemerkte der Rhader kaum.
Bei Kilometer 66 war sich Windbrake dann sicher, dass er ins Ziel kommen würde. Bei Kilometer 80 wusste er, dass er es unter 14 Stunden schaffen würde. Aber dann bei Kilometer 92 noch eine große Herausforderung in Form eines steilen Anstieges, mit dem er nicht gerechnet hatte. Das sich anschließende, ebenso steile Gefälle war für seine Knie jedoch wesentlich schlimmer.
Auf den letzten drei Kilometern konnte Heiner Windbrake dann sogar noch einmal zulegen und lief den letzten Kilometer bis zum Ziel zügig durch.
Noch ein paar Schritte, die Arme in die Höhe - und mit einem Lächeln durchs Ziel. Um 10:50 Uhr war es geschafft, nach 12 Stunden und 50 Minuten.
Windbrake: "Ein unbeschreibliches Glücksgefühl." Eine hervorragende Platzierung im Mittelfeld der Finisher schlug für den Rhader zudem nach seinem ersten 100-Kilometer-Lauf zu Buche: Platz 680 von 1 285 Läuferinnen und Läufern, die ins Ziel kamen.
Das Unterstützungsteam wartete natürlich bereits am Ziel. Mit einer Flasche kühlen Bieres. Windbrake lacht: "Es schmeckte köstlich und blieb ,drin'. Wie auch das zweite Bier."
Die Laufeinteilung hatte besser funktioniert, als erwartet. Das monatelange Training mit zwei Marathonläufen hatte sich ausgezahlt. Und dann geht es eben einfach durch . . .
Auch als offizieller Mentor für den 5. Karstadt-Ruhrmarathon steht Heiner Windbrake mittlerweile zur Verfügung und ist damit Ratgeber und Mittler zwischen Läuferinnen, Läufern und Veranstalter. Erste Informationen gibt es im Internet unter www.karstadt-ruhrmarathon.de, unter dem Link " Marathon 2008/Flyer".
Laufinteressierte können sich aber auch gern direkt mit Heiner Windbrake aus Rhade per Mail unter windbrake@web.de oder telefonisch unter Tel: 02866/1336 in Verbindung setzen.
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