U17 des SV Schermbeck verpasst den großen Wurf
12.02.2012 | 21:05 Uhr 2012-02-12T21:05:00+0100
Schermbeck.Die Dramaturgie war 15 Sekunden vor der Schlusssirene nicht mehr zu überbieten, als der Spitzenreiter aus Aldekerk zur Führung traf. Am Ende stand im Spiel der Spiele ein 22:22-Unentschieden, das die zahlreichen Zuschauer und U17-Trainer Niklas Bell über 50 Minuten begeistert hatte. Dabei wäre für die Schermbeckerinnen durchaus mehr drin gewesen.
Mutter und Tochter hatten sich im Vorfeld Gedanken gemacht, was zu tun ist, wenn Sekunden vor Schluss der entscheidende Wurf vergeben wird. Die Flucht auf die einsame Insel gehörte dazu, am Ende kam es aber nicht soweit: Schermbecks beste Handballerin an diesem Tag, Lisa Schultz, behielt die Nerven und versenkte bei noch fünf Sekunden Spielzeit einen Sprungwurf zum 22:22-Ausgleich, der sehr gut besuchte Tiefkühlschrank Dreifachsporthalle stand Kopf. „Ein gerechtes Ergebnis“, urteilte Hallensprecher Burkhard Bell im Anschluss, doch im Hinterkopf hatte er sicherlich auch den zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprung der Rot-Weißen. In Worte fasste es dann Sohn und Trainer Niklas Bell: „Wenn man kurz vor Schluss mit zwei Toren führt, ist man schon ein bisschen enttäuscht. Aber ich muss heute ein großes Kompliment aussprechen, mit zwei angeschlagenen Leistungsträgern haben die Mädels eine ganz tolle Leistung gezeigt“, bilanzierte der 23-Jährige.
Als klarer Außenseiter hatte Bell seine Sieben vor der Partie gesehen, frech und ohne Respekt präsentierten sich die Schermbeckerinnen dagegen von der ersten Minute an auf dem Parkett. Aus einer starken Abwehr heraus wussten die Gastgeberinnen auch vor dem Tor von DHB-Auswahlspielerin Jessica Jochims zu überzeugen. Die starke Kristin Kuhaupt und Lisa Schultz sorgten schnell für die ersten Treffer, nach acht Minuten blinkte eine 6:3-Führung von der Anzeigetafel. Aldekerks Trainer Jörg Hermes sah sich zu einer Auszeit genötigt, bei seinen Spielerinnen lief nicht viel zusammen. Das änderte sich aber Mitte der ersten Hälfte. Dem SVS unterliefen leichte Ballverluste, die den Gegner wieder ins Spiel und zum 7:7-Ausgleich brachten. Nach 18 Minuten reagierte auf der anderen Seite Niklas Bell mit einer Auszeit, die seinen Spielerinnen gut tat. Dank Kuhaupt, Schultz und Kathi Ueffing stand zur Pause eine 11:9-Führung auf Schermbecks Haben-Seite.
Der zweite Durchgang begann wie der erste, mit einer konzentrierten Abwehrleistung ließen die Gastgeberinnen nicht viel zu und trafen vorne ein ums andere Mal. Doch mehr als drei Tore konnte sich die Bell-Sieben nicht absetzten, Mitte der zweiten 25 Minuten wurde die Partie wieder offener. Michaela Brühan und Kapitänin Judith Baumeister, die trotz Verletzung am Fuß durchspielte, hielten den SVS in Front, doch der Vorsprung schmolz immer weiter. Zum ungünstigsten Zeitpunkt vier Minuten vor dem Ende ging der Spitzenreiter das erste Mal mit 20:19 in Führung. In dieser heiklen Phase behielten Kathi Ueffing und Kristin Kuhaupt die Nerven und erzielten zweimal den Ausgleich, die Trainer und Zuschauer hielt es da schon nicht mehr auf den Sitzen. Als dann Aldekerks mit neun Treffern überragende Annika Ingenpass das 22:21 warf, schien der Höhepunkt der Saison gelaufen. Doch die Schermbeckerinnen glaubten an sich und schafften dank Lisa Schultz den hochverdienten Last-Second-Ausgleich.
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