Sechs Tore ohne Stürmer
03.09.2008 | 22:25 Uhr 2008-09-03T22:25:12+0200Gegen Iserlohn überschlagen sich die Ereignisse: Eigentor, Platzverweis, zwei Elfmeter und ein Schiedsrichter, der eigentlich gar keiner war. Dennoch am Ende Zufriedenheit beim SVS, der ohne echten Stürmer angriff
FUSSBALL NRW-LIGA SV Schermbeck Spfr. Oestrich-Iserlohn 4:2 Schermbeck: Schröder; Schmidt, Nawatzki, Talaga, Hahn, Basol (38. Bertram), Konowski, Kaul, Djuliman (86. Pascal Herzog), Woberschal, Siebert (90. Berndig) Iserlohn: Scholz; Thiele, Schulte, Courtoglou, Scheerer, Rothholz, Ünal, Gehrmann (56. Biehs), Ballout, el Mabtoul (66. Hofmann), Volmerhaus (46. Jeger) Schiedsrichter: Schächner (Duisburg) Zuschauer: 190 Torfolge: 1:0 (8., Eigentor) Thiele, 2:0 (16.) Hahn, 2:1 (20., Foulelfmeter) Courtoglou, 3:1 (32.) Woberschal, 4:1 (47.) Siebert, 4:2 (64.) Courtoglou Gelbe Karten: Basol - Ballout, Jeger, Hofmann Rote Karte: Hahn (18., Notbremse) Besonderes: Kaul verschießt Foulelfmeter (67.) Schermbeck. Pfände, Bendig, Scherer, Milaszewski - das Offensiv-Kapital des SV Schermbeck. dieses Quartett soll in Zweier-, Dreier notfalls auch in Vierer-Besetzung für volle Netze bei den Gegnern des SV Schermbeck in der NRW-Liga sorgen.
Gestern Abend spielte der SVS gegen die Spfr. Oestrich-Iserlohn. Und Trainer Martin Stroetzel verzichtete nach zuletzt nicht ausreichenden Leistungen auf alle nominellen Stürmer, beorderte stattdessen Mittelfeldspieler wechselweise ins Sturmzentrum. Und das sorgte für Verwirrung. Beispielsweise bei Alexander Thiele. Der ist seinerseits Abwehrspieler der Iserlohner. Und der hob dann - bevor irgendein Nicht-Stürmer des SVS an den Ball kommen konnte, das Leder über seinen Torwart Markus Scholz ins eigene Tor. Acht Minuten gespielt. Ein guter Anfang.
Es sollte noch besser kommen. Acht Minuten später brachte Sebastian Hahn den über die Linie. "War nicht korrekt", sagte Hahn später. "Ich war auch mit der Hand dran." Egal, Schiedsrichter Daniel Schächtner aus Duisburg hatte nichts gesehen. Tor, 2:0, alles gut!
Das änderte sich weitere zwei Minuten später, als Sebastian Hahn mit roter Karte vom Platz flog. Hahn soll seinen Gegenspieler umgerissen haben. Zudem gab es auch noch einen Elfmeter. "War nicht korrekt", sagte Hahn später. "Ich war mit der Hand gar nicht dran." Schiedsrichter Schächtner aus Duisburg hatte es anders gesehen. Tor, 2:1, alles wieder offen.
Es blieb unterhaltsam. Beispielsweise nach rund einer halben Stunde, als Sascha Siebert zum dritten Mal in diesem Spiel einen Pass spielte, der zu einem Schermbecker Tor führte. Diesmal profitierte Tim Woberschal von den Siebertschen Geniestreichen und lochte zum 3:1 ein. Das alles führte bei Siebert zu dem Gefühl, nun auch mal in den Mittelpunkt treten zu müssen. Was er dann auch kurz nach Seitenwechsel tat und das 4:1 persönlich erzielte.
Das 2:4 durch den zweiten Treffer von Achilleas Courtoglou war eher eine Randnotiz eines Spiels, das wirklich nicht viel ausließ. Bespielsweise in der 66. Minute, als Daniel Schächtner endgültig unterstrich, dass er zwar im Leibchen eines Unparteiischen unterwegs war, aber das er noch lange keiner ist. Als Tim Woberschal wahrlich wirkungsvoll in notbremsender Absicht von den Beinen geholt wurde, nestelte er unsicher an seinem Hemd herum und zog - genau und damit genau falsch den gelben Karton. Weil Sascha Siebert an dieser Aktion insgesamt nicht beteiligt war, konnte es auch kein Tor geben. Alexander Kaul scheiterte mit dem folgenden Elfmeter an Torwart Scholz.
Die restlichen Minuten gab es zwar auf den Rängen noch so etwas wie ängstliche Unsicherheit, aber die war unangebracht, weil vor allem Siebert und Woberschal die Mannschaft konsequent auf Kurs hielten.
Für Coach Martin Stroetzel sicherlich auch eine ganz neue Erfahrung. Ohne Stürmer und 70 Minuten lang in Unterzahl das stürmischste Spiel der bisherigen Saison gezeigt. Die Welt bleibt voller Wunder.
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