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Pfände statt Elfenbeinküste

28.09.2008 | 23:15 Uhr

Nach einem echten Grottenkick in Halbzeit eins sind Mathias Pfände und Torwart Stefan Schröder die Garanten für den Schermbecker 3:0-Erfolg gegen Germania Dattenfeld. Coach Martin Stroetzel macht alles richtig

FUSSBALL NRW-LIGA SV Schermbeck Germania Dattenfeld 3:0 Schermbeck: Schröder; Schmidt, Nawatzki, Talaga, Hahn, konowski, Milaszewski, Djuliman, Woberschal (88. Bertram), Bendig (46. Pfände), Siebert (80. Basol) Dattenfeld: Gillen; Delvalle-Silva, Habl, Roth, Voike, Meiß, Hayer, Jörgens, Hecht (73. Döpper), Kaesbeck (46. Reed), Schoof Zuschauer: 270 Schiedsrichter: Häbel (Herne) Torfolge: 1:0 (51.) Pfände, 2:0 (71.) Pfände, 3:0 (74.) Pfände Gelbe Karten: Pfände - Roth, Jörgens Besonders: Meiß scheitert mit Foulelfmeter an Torwart Schröder (70.) Schermbeck. Schickes Hemd! Modern. Streifen machen ohnehin schlank. Diese dezenten Streifen in Schwarz auf dem weißen Leinengrund. Bisschen dick aufgetragen die Werbung für die Elfenbeinküste: "Beach Club!" Aber, okay, Martin Stroetzel, Trainer des SV Schermbeck, geht mit der Mode. Sah gut aus, dieses Hemd. Spannte ein bisschen an manchen Stellen. Und nun kommt es zur Begründung für die eingehenden Betrachtungen über das Hemd des Trainers: Das Hemd war das einzig Spannende in Halbzeit eins zwischen dem SV Schermbeck und Germania Dattenfeld.

Einem übrigens historischen Vergleich. Denn in der mittlerweile 96-jährigen Vereinsgeschichte des SV Schermbeck spielte der SVS noch nie gegen Dattenfeld. Warum auch? Wenn so gespielt wird wie in Halbzeit eins, kann man es getrost so halten wie ein Teil des Vorstands - und statt eines durchwachsenen Kicks gemütliche Tage auf der Snobby-Insel Sylt verbringen. Andererseits, der gemeine Schermbecker Zuschauer sah in der zweiten Halbzeit ein Spiel, dass dann doch wieder das Verbleiben am bodenständigen Niederrhein zur Freude machte. Protagonisten der Freude: Mathias Pfände, ein liebenswerter Kerl, der rennt wie ein Verrückter (wenn er darf) und gestern drei Tore hintereinander machte (dafür hat irgendein Engländern mal den Begriff "Hut-Kunststück", engl. Hattrick, erfunden) und Torwart Stefan Schröder, der in genau dem Moment einen Elfmeter hielt, in dem ein guter Torwart einen Elfmeter halten muss. Nämlich beim Stand von 1:0 für das eigene Team, wenn im direkten Gegenzug das 2:0 fällt.

45 Minuten hatte der SV Schermbeck keine einzige Chance. Dann kam Mathias Pfände aufs Feld und hatte mit der ersten Ballberührung (das ist offenbar seine Spezialität) die erste Chance. War aber noch nix.

In der 51. Minute übernahm er dann (wahrscheinlich angesichts seiner eher bescheidenen Größe zum ersten Mal) die Rolle des Kopfball-Ungeheuers: 1:0 - eingenickt!

Und damit war das Spiel aufgewacht. Die Germanen aus Dattenfeld - ganz liebenswürdige Fans übrigens - wollten nun germanische Zeichen setzen und traten eher urwüchsig auf. Immerhin holten sie dabei einen Foulelfmeter raus, den SVS-Keeper Stefan Schröder wie ein ganz Großer hielt. Dabei hatte Thomas Meiß noch nicht mal schlecht geschossen.

Dann der Gegenzug. Schröder wirft ab, erreicht Sascha Siebert, der zuckersüss Mathias Pfände bedient und der macht die kleine Schermbecker Zauberstunde: Delavalle-Silva ausgetanzt, Torwart Gillen ausgetanzt, nochmal gucken: Kann ich noch jemand austanzen? Ne, keiner mehr da. Gut, dann schieß ich das 2:0 (71.). Drei Minuten später hat dieser Pfände auch noch das schönste Tor des SV Schermbeck in dieser Saison erzielt, als er den Ball volley in die Maschen hämmert.

Vielleicht musste Martin Stroetzel (ehrlich, das Hemd ist geil) Pfände erst 45 Minuten auf der Bank schmoren lassen. Am Ende dann Pfände statt Elfenbeinküste. So macht Fußball dann tatsächlich wieder Spaß. Wer bei so Spielen nach Sylt fährt und eine Sylter Royal schlürft, ist selbst schuld.

Von Klaus Rosenkranz

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