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Nerven wie Drahtseile

02.11.2011 | 18:53 Uhr
Nerven wie Drahtseile

Holsterhausen.   45 Minuten Hochspannung beim 100:95-Erfolg gegen die Schwelmer Baskets

BG Dorsten -
Schwelmer Baskets100:95 n.V.

Eine Partie, die an Dramatik und Spannung kaum zu überbieten war, sahen die rund 450 Zuschauer am Dienstagabend in der Juliushalle. Am Ende entschied die BG einen wahren Basketball-Krimi für sich und feierte einen verdienten 100:95-Sieg nach Verlängerung gegen die Schwelmer Baskets.

12,4 Sekunden waren in der Verlängerung noch zu spielen, da setzte Dorstens Terry Bryant mit Ablauf der Schussuhr zum Dreier an: Bruchteile einer Sekunde später landete der Ball zum 99:95 für die BG im Korb und sorgte für die Entscheidung einer nervenaufreibenden Partie, in der die Führung 17 Mal wechselte. Der verfehlte Verzweiflungsdreier von Schwelms Kristofer Speier im Anschluss versank ebenso wie der Freiwurf von Nderim Pelaj zum 100:95-Endstand im Jubel.

Dabei sah es für das Team von Trainer Torsten Schierenbeck zu Beginn der Partie alles andere als gut aus. In den ersten zehn Minuten verteidigte die BG katastrophal und geriet mit 19:28 in Rückstand.

Vor allem Schwelms Julius Dücker (10 Punkte) und Jason Smith (9 Punkte) hatten ihre Treffsicherheit bewiesen. Auf Dorstener Seite versenkte hingegen Blake Poole (11 Punkte) den Ball nach Belieben im Schwelmer Korb.

Lipke rettet BG in Verlängerung

Im zweiten Viertel fand die BG dann besser ins Spiel und konnte den Rückstand kontinuierlich verringern, so dass die Anzeigetafel zur Pause ein 41:41-Unentschieden anzeigte. Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die stets enge Partie schließlich zum Krimi.

Kurz vor dem Ende des dritten Viertels dienten zwei Ballgewinne von Bryant und Tom Lipke als eine Art Initialzündung und waren der Beginn eines 9:0-Laufes, den Lipke mit einem Korbleger zum 66:57 für die BG abschloss.

Die Schwelmer zeigten sich allerdings wenig beeindruckt und glichen mit einer 9:0-Serie zum 66:66 aus (33.). Der Rest der regulären Spielzeit gestaltete sich als ein offener Schlagabtausch, der mit jeder gespielten Sekunde dramatischer wurde. 82:85 lag die BG zurück, als Blake Poole Tom Lipke an der Dreierlinie fand und dieser eiskalt zum Ausgleich traf.

Da die Gäste aus Schwelm keinen Wurf mehr kreieren konnten, musste eine fünfminütige Verlängerung diese Nervenschlacht beenden.

Spätestens jetzt hielt es keinen Zuschauer mehr auf den Sitzen. Kapitän John Cadmus beantwortete einen krachenden Dunking der Gäste mit einem Dreier zum 88:87 für Dorsten (42. ), ehe Terry Bryant dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Vier Punkte erzielte der Aufbauspieler in der heißen Phase der Verlängerung, bevor er 12,4 Sekunden vor dem Ende zum alles entscheidenden Wurf ansetzte. Der Rest ist bekannt.

Sein Coach Torsten Schierenbeck wollte den Sieg nach der Schlusssirenen dennoch nicht nur an Bryants starkem Auftritt festmachen: „Ich denke, dass war ein Sieg des gesamten Teams.“ Ein Blick auf die Statistik gibt ihm Recht: Neben Bryant trafen vier weitere Spieler im Trikot der BG zweistellig.

„Ich bin froh über den Sieg, aber das dramatische Ende übertüncht natürlich etwas unsere katastrophale Leistung in der Verteidigung am Anfang“, analysierte Schierenbeck nüchtern und brachte dann die Stärke des Aufsteigers auf den Punkt: „Ich kann mich halt immer auf den Einsatz und den Willen meiner Mannschaft verlassen, deshalb haben wir am Ende auch verdient gewonnen. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Rouven Chlebna

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