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Keine Sterne in Herne

21.09.2008 | 21:45 Uhr

Stattdessen sorgen völlig verschüchterte 25 Minuten in der ersten Halbzeit für einen unnötigen 2:4-Flopp im Stadion am Schloss Strünkede, in dem am Wochenende Ritter und die Westfalia ihr Unwesen trieben

Andre Badur und seine Jäger. Der Ex-Rhader wird hier von Samed Basol, Pierre Bendig und Daniel Bertram verfolgt, kann sich aber durchsetzen. Später flog er vom Platz. Foto: WAZ, Ute Gabriel

FUSSBALL NRW-LIGA Westfalia Herne SV Schermbeck 4:2 Herne: Bautz; Baum, Mustroph, Tahiri (87. Eisen), Behrend (83. Allali), Setzke, Badur, Kluy, Barton, Gebauer, Lewejohann (65. Oerterer) Schermbeck: Schröder; Schmidt, Nawatzki, Hahn, Basol (80. Jansen), Bertram, Milaszewski, Patrick Herzog (56. Pfände), Djuliman, Woberschal, Bendig (65. Mogultay) Zuschauer: 1050 Schiedsrichter: Tendyck (Gelsenkirchen) Torfolge: 1:0 (19.) Barton, 2:0 (24.) Behrend, 3:0 (42., Foulelfmeter) Tahiri, 3:1 (56.) Pfände, 4:1 (79.) Behrend, 4:2 (87.) Schmidt Gelbe Karten: Tahiri, Behrend, Oerterer - Schmidt, Bertram Gelb-rote Karte: Badur (81., wegen Reklamierens) Herne. Ein Ritterfest. Welch nette Unterhaltungsidee in unmittelbarer Nachbarschaft des altehrwürdigen Stadion Schloss Strünkede. Nun hätte der SV Schermbeck ja gerne das Schloss-Gespenst in Herne gegeben. Aber da flatterten nur 20 Minuten die morschen Knochen - danach legte sich das SVS-Gespenst aufs Ohr. Und träumte sich in einen vorgezogenen Winterschlaf, an dessen Ende eine unangenehmes 2:4-Erwachen bei der Westfalia aus Herne stand. Und zeitweise glich das Ganze dabei einer echten Gruselgeschichte.

Schermbecks Coach Martin Stroetzel, selbst so was wie der Hexenmeister, der auf seinen Zauberlehrling Christoph Schlebach auf der anderen Seite traf, hatte - vielleicht wider besseren Wissens - Pierre Bendig ins Sturmzentrum beordert. Aber der Angreifer enttäuschte seinen Trainer, anders als andere, durchaus nicht. In den ersten zehn Minuten brachte er das Leder auch zweimal in perfekter Abstaubermanier im Herner Tor unter. Aber einmal soll er abseits gestanden haben, einmal soll's ein Foul an Torwart Bautz gegeben haben. Strittig - wie Vieles in dieser Partie. Unstrittig indes war, dass Schermbeck vor über 1000 Zuschauern den Ton angab. Und zwar glockenhell.

Westfalia Herne hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht stattgefunden. Und nach mittlerweile 19 Minuten fragten sich die Zuschauer, wer hier eigentlich Heimrecht hat, wer hier der Favorit ist, wer hier das Spiel macht? Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur den SV Schermbeck. Dann allerdings schnappte sich Sven Barton den Ball, spielte den doppelten Doppelpass und versenkte den Knicker zur allgemeinen Verblüffung im Schermbecker Tor. Weil das aus Herner Sicht so schön war, legte Dominik Behrend fünf Minuten später auch noch das 2:0 nach.

Bis zum Seitenwechsel war der Vorsprung auf 3:0 angewachsen. In Halbzeit zwei wurde der SV Schermbeck zwar noch mal wach, aber Matthias Pfände (mit dem ersten Ballkontakt nach seiner Einwechselung) und Jan Schmidt konnten nur noch uninteressante Ergebnis-Kosmetik betreiben.

Keine Sterne in Herne für Schermbeck, dafür viel zu viel Geholper und Gestolper. "Wir müssen uns jetzt langsam da unten rausarbeiten", befand Martin Stroetzel nach dem Spiel.

Schnell wäre allerdings wesentlich besser.

Von Klaus Rosenkranz

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