Getanztes Revolverdrama
14.02.2010 | 21:34 Uhr 2010-02-14T21:34:00+0100
Dorsten.Das Tanz Sport Zentrum Royal Wulfen hat sich und seine Tanzformationen am Sonntag in einer lockeren Präsentation der beachtlichen Zahl von rund 400 Zuschauern vorgestellt. Höhepunkt dieser Präsentation war sicher der Auftritt der Bundesliga-Formation „Modern Dance Force“ mit ihrer neuen Choreografie „Bang, Bang“.
„Wir wollten mal etwas mehr Ausdruckstanz auf das Parkett bringen. Da haben wir uns für diesen Song von Nancy Sinatra entschieden“, sagt Ulla Baackmann, seit Jahren die Erfolgstrainerin der Wulfener Formation, die in ihrer langen Schaffensperiode 18 Finalteilnahmen, Meisterschaften und Vize-Titel buchen konnte. Aus dieser großen Zeit, als Wulfen die Tanzsäle der Republik beherrschte, hat der Verein Früchte getragen: Rund 400 Mitglieder zählt der Club und rund 200 treten in Formationen an, um sich im Wettbewerb mit anderen Vereinen zu messen.
„Diese Choreo ist sicher geeignet für die zweite Bundesliga. Etwas über das tatsächliche Abschneiden zu orakeln, wäre jetzt Kaffeesatzleserei. Man muss das immer im Konsens mit all den anderen Formationen sehen“. sagt Ulla Baackmann, die wieder einmal mit ganz viel Herzblut ausdrucksstarke Bilder auf das Parkett gezaubert hat. Die gesamte Formation stammt im wesentlichen aus dem eigenen Nachwuchs. Warum das so ist, konnten die Zuschauer in dieser Präsentation gut beobachten: Bereits im Kleinkindalter werden Tänzer und Tänzerinnnen rekrutiert und und spielerisch zum Formationstanz geführt. „Wir haben so die Basis geschaffen, als es dem Verein aus sportlicher Sicht mehr als gut ging. Auch wenn es fast wie ein Phrase klingt: Wir bauen neu auf, aber der Aufbau muss auch bald mal ein Ende finden, sonst wird diese Äußerung unglaubwürdig“, poltert Vereinschef Helmut Winkler.
Ja, Winkler, der den Verein seit über 25 Jahre lenkt, ist skeptisch, was den sportlichen Erfolg der neuen Choreografie angeht. „Wir müssen die Relationen wahren. Wir nutzen unsere Möglichkeiten und werden keine 5000 Euro für eine gekaufte Präsentation ausgeben“, versichert Winkler, der nicht ohne Stolz auf einen funktionierenden Verein verweist. „Im Juli ist die Saison vorbei und dann werden wir sehen, wo wir stehen. Bis dahin müssen wir alle hart trainieren und dann werden wir weiter sehen“, meint auch Ulla Baackmann.
Dem Publikum hat die Präsentation gefallen und auch die rauchige Stimme der Nancy Sinatra, die das, was man heute Familiendrama nennt, eindrucksvoll intoniert. Das TSZ ist auf jeden Fall solide aufgestellt und hat mit Winkler und seinem Team einen Vorstand, der die langfristige Vereinspolitik in den Vordergrund stellt.
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