Gefühlte Sonnenfinsternis
01.09.2010 | 22:22 Uhr 2010-09-01T22:22:00+0200
Velbert.Der SV Schermbeck wartet nach vier Spieltagen weiterhin auf den ersten Sieg. Am Mittwoch unterlag das Team von Martin Stroetzel bei der SSVg. Velbert mit 0:1.
Die Stimmen der beiden Trainer nach der Partie:
Martin Stroetzel: Wir haben heute gut begonnen, hatten einige gute Möglichkeiten und eine erstklassige Torchance. Wenn wir die Führung erzielen, nimmt das Spiel einen anderen Verlauf.
Frank Schultz: Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir dieses Spiel verlieren könnten. Schermbeck ist ein schwerer Gegner, aber meine Mannschaft war heute der verdiente Sieger.
Die erste Halbzeit begann genau so, wie sich Martin Stroetzel das gewünscht hatte. Vor der Partie hatte Schermbecks Coach gefordert, man dürfe sich nicht mehr so viele individuelle Fehler erlauben, müsse den Ball auch einmal länger in den eigenen Reihen halten und den Zweikampf annehmen. Das klappte in der Anfangsphase gut. Schermbeck machte das Spiel gegen erstaunlich defensiv eingestellte Gastgeber. Schon nach drei Minuten ergab sich für Charly Kuntz die Chance zur Schermbecker Führung. Doch der Schuss des Stürmers blieb in der Velberter Abwehr hängen. Nach 21 Minuten hatte der Schermbecker Anhang dann den Torschrei auf den Lippen. Seyit Ersoy lief Velberts Norman Seidel den Ball ab und hatte freie Bahn. Ersoy scheiterte beim Abschluss aber an den Reflexen von Schlussmann Christopher Ditterle. Eine Großchance, die Velbert wachrüttelte. Schon im direkten Gegenzug kam die Antwort. Christoph Müller musste sich mächtig strecken, um den verdeckten Schuss aus seiner linken Torwartecke zu fischen. Schermbeck drohte das Spiel nun aus der Hand zu gleiten. Velbert übernahm zunehmend die Regie und beim SVS häuften sich die Fehler. Erst ab der 40. Minute war die Zwischenoffensive der SSVg. ohne Schaden überstanden. Stroetzel und Co. gingen mit einem guten Gefühl in die Halbzeitpause.
Und auch wenn beide Mannschaften unverändert aus den Kabinen kamen, sollte die Schermbecker Gefühlslage schnell einen Dämpfer erhalten. Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn reichten zwei kluge Pässe, um die Schermbecker Abwehr auf den Kopf zu stellen. Sebastian Janas war zur Stelle und schoss Velbert mit einem wuchtigen Schuss aus spitzem Winkel in Führung.
Nur wenige Minuten später vereitelte Christoph Müller das 0:2 mit einer weiteren Glanzparade nach einem Schuss von Julius Steegmann. Jetzt reihte sich eine Chance an die andere. Und die wenigen Schermbecker Zuschauer im Stadion zur Sonnenblume forderten mittlerweile eine Sonnenfinsternis. Das hätte den SVS gerettet, denn dem Velberter Stadion fehlt eine Flutlichtanlage. Doch der himmlische Beistand blieb aus. 75 Minuten waren gespielt und aus Schermbecker Sicht fühlte sich das 0:1 wie ein 0:4 an. Zu dominant spielte Velbert, zu konfus der SVS. Das Spiel war gelaufen.
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