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Radrennsport

Die Mischung macht’s

18.07.2010 | 18:47 Uhr
Die Mischung macht’s

Lembeck.Die dritte Nacht der Revanche in Lembeck ist Geschichte. Zwar konnte der Zuschauerrekord nicht auf 10 000 gesteigert werden, dennoch zeigten die angetretenen Akteure erstklassigen Sport und ernteten dafür reichlich Beifall von den rund 6000 Besuchern.

Novum
Publikumslieblinge

Sie haben etwas nostalgisches, diese Dernys. Das sind 100 Kubik-Motorräder, die seit den 1920er Jahren nach den Plänen eines französischen Tüftlers quasi baugleich gebastelt werden. Diese „Steher des kleinen Mannes“ bieten den Fahrern Windschatten und geben dabei noch ein tolles Bild ab. Die Lembecker zollten den motorisierten Fahrern ebenso ihren Respekt, wie den Radrennsportlern, die hinter diesen „Knattermännern“ her jagen. Ein zusätzlicher Publikumsspaß.

„Ein bisschen platt küren und eine zweite Gelegenheit im Jahr, alte Freunde zu treffen. Ganz besonders toll ist es, Lembecker Jungs hier im Sattel sitzen zu sehen“, freute sich Martin Lehmbock, einer der Hauptsponsoren der Lembecker Radrenn-Nacht. „Wenn es weiter so harmonisch zwischen dem Veranstalter, Herrn Zurhausen, der LIG und uns Sponsoren läuft, wird es diese Nacht noch lange geben“, sagte Lehmbrock, der im sogenannten Gästerennen selbst in die Pedale trat und so für viel Heiterkeit im Publikum sorgte.

Überhaupt ist der Spaßfaktor bei diesem Event mindestens so hoch einzuschätzen wie der sportliche Aspekt. Michael Zurhausen hat allerdings seine Hausaufgaben sehr gut gemacht: Zahlreiche Champions aus dem Bahnrennsport hat der quirlige Radsportenthusiast für seinen „Wanderzirkus“ unter Vertrag genommen und diese Profis geben auf dem schnellen Lembecker Kurs richtig Gas und zeigen in den engen Kurven, dass sie ihre Räder exzellent beherrschen.

Rennen um den Junior-Cup. Foto: André Elschenbroich

Zurhausen hat in sein Konzept noch einige Highlights eingebaut, mit denen er es schafft, einen Brückenschlag zwischen den Profis und den heimischen Amateuren zu schlagen: Das Paarzeitfahren der Profis und der Hobbyfahrer. „Das ist toll zu sehen, wie ein Rainer Risthaus von einem Alexander Aeschbach, der getrost als die kommenden Nummer eins der Schweiz gehandelt werden darf, über seine Grenzen hinaus führt“, sagte Walter Bahde. Erst recht dann, wenn im Gästerennen ein wenig Clownerie ins Spiel kommt: Alfred Trockel, Feuerwehr-Urgestein und amtierender Schützenkönig saß mit seinem Throngefolge in historischen Kostümen im Sattel sorgte für die große Gaudi. Ludger Hellenkamp vom Heimatverein war bei diesem Fahrradspaß der älteste Teilnehmer und legte mit seinen 76 Jahren ein ordentliches Tempo vor. Sein Rad zierten riesige Milchkannen. Das Kinderrennen rundete diese familiäre Komponente ab und sorgte ebenfalls für Lachsalven. Richtig hochklassigen Sport sahen die Zuschauer dann im Hauptrennen.

Nachdem zehn Fahrer einen Rundengewinn erreicht hatten, wurde acht Runden vor Schluss das zurückliegende Feld aus dem Rennen genommen, damit ein Sieger ermittelt werden konnte. Vladi Riha nutzte diese gute Gelegenheit und sprintete aus der Gruppe davon. Nachdem sich die Fahrer alle kurz belauert hatten, trat Alexander Aeschbach in die Pedalen. Mit seiner guten Form, die er jüngst bei den nationalen Zeitfahrmeisterschaften gezeigt hatte, konnte er sich bis zum Ende alleine vorne halten und gewann mit zehn Metern Vorsprung zum ersten Mal in Lembeck vor dem Rosenheimer Leif Lampater und Boris Fastring. Spitzensport und Spaß schließen sich nicht aus.

Fotostrecke: Die 3. Nacht der Revanche in Lembeck

Jo Gernoth

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