Kommentar
Die fliehenden Holländer
31.01.2010 | 22:14 Uhr 2010-01-31T22:14:00+0100Auf der Schwelle zur Professionalität spielen sich im Sport immer wieder Merkwürdigkeiten ab. Dem BV Hervest fehlten am Wochenende die Leistungsträger. Der Abstieg aus der 2. Bundesliga ist kaum noch zu vermeiden.
Der BV Hervest stellt seit vielen Jahren ein Team auf die Beine, dass in der bundesweiten Badminton-Szene konkurrenzfähig ist. Der Zweitligist kämpft in der 2. Bundesliga aber nicht nur mit den Konkurrenten um den Klassenerhalt. Weil in den Niederlanden die nationalen Titelkämpfe ausgetragen werden, hat der Verein in richtungsweisenden Spielen der Saison nicht den Hauch einer Chance. Die Leistungsträger der Mannschaft kämpfen um Ranglistenpunkte, eine Hervester Rumpftruppe hoffnungslos um Meisterschaftspunkte.
Am Samstag musste das Team ohne Lotte Jonathans und Saber Afif das Kellerduell mit dem VfL Maschen bestreiten. Die beiden Holländer fehlten aus geschilderten Gründen. Der VfL Maschen setzt dagegen nicht auf Holländer sondern auf Schotten. Gleich drei Spieler aus dem Norden des Vereinten Königreiches schwingen für die Niedersachsen den Schläger. Maschen hatte leichtes Spiel, siegte 6:2 und hat damit einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Die Hervester dagegen haben bei nur noch zwei ausstehenden Spielen kaum noch Chancen, den Abstieg abzuwehren.
Dass nationale Meisterschaften den Spielplan der zweithöchsten Klasse im deutschen Badminton-Sport kreuzen, wird dem BV Hervest zum Verhängnis. Ein Fehler, den sich der Deutsche Badminton-Verband ans Revers heften muss. Unprofessionell. Unschön auch, dass die beteiligten Vereine in dem lückenhaften Spielplan der 2. Bundesliga keinem Ausweichtermin der Hervester zustimmten.
Die Schottische Meisterschaft beginnt übrigens am kommenden Wochenende. Dann hat die 2. Liga spielfrei.
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