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Die Arnheim-Connection

14.12.2007 | 22:54 Uhr

Der BVH ist eine gute Adresse für die Besten der niederländischen Badminton-Szene - und das hat schon eine ganze Menge Tradition. Derzeit spielen Ilse Bakker, Remco Muyris und Jordy Halapiry für die Hervester

BADMINTON ZWEITE BUNDESLIGA Hervest. Es gibt eine Menge Importe aus den Niederlanden, die in Deutschland aus dem Alltag nicht wegzudenken sind. Ja, auch Käse gehört dazu, aber um den geht es nicht, wenn beim BVH Dorsten gleich drei Niederländer in dieser Saison das Racket schwingen.

Mit Ilse Bakker, Jordy Halapiry und Remco Muyris ist es den Hervestern gelungen, drei exzellente Kräfte aus dem Nachbarland in den Kader der Bundesligamannschaft zu integrieren. Ilse Bakker war für den BC Smashing in Almelo am Start. Für den gleichen Verein schwang einst Remco Muyris das Racket, bevor er nach Dorsten kam. Muyris spielt in der vierten Saison und fühlt sich in Hervest richtig wohl. Wie kommt es, dass ausgerechnet in Dorsten immer wieder die besten Badmintonspieler aus Holland antreten? "Das sind gewachsene Kontakte", verrät Matthias Lindner. Angefangen hat alles mit dem Engagement von Antionette Achternberg aus Arnheim. Ihr folgte der langjährige Spielertrainer der Hervester, Rob Stalenhoef. "Die Niederlande sind eine echte Badminton-Nation, aber leider ist der Sport da eine echt brotlose Kunst. Arnheim ist so weit nicht weg und wir haben ein gutes Image in Holland", verrät Lindner weiter die Gründe für die "Arnheim-Connection". In der Tat erhalten die Cracks in Holland nicht einmal ein Fahrgeld, geschweige denn eine Vergütung für ihre Auftritte. "Wir können dank unserer Sponsoren das Fahrgeld und ein Butterbrot finanzieren, aber das ist nicht der einzige Grund, warum die Holländer gerne bei uns sind. Wir haben sie in unser Vereinsleben integriert. Das kommt gut an", weiß Matthias Lindner zu berichten. Per Internet und E-Mail wird täglich kommuniziert und einmal in der Woche wird auf jeden Fall gemeinsam trainiert. Wenn in Deutschland der Liga-Sport ruht, sind die Hervester in Holland auf Turnieren zu Gast und knüpfen so neue Kontakte. Diese Strategie beschert dem BVH immer wieder echte Spitzenspieler, denn sportlich sind Ilse Bakker und Remco Muyris quasi eine Bank in den Reihen des BVH. Die 25-jährige Bakker hat von 32 bislang für den BVH gespielten Sätzen 20 gewonnen. Remco Muyris Bilanz sieht in dieser Saison ähnlich positiv aus. In 37 Sätzen holte er 25 Siege. Jordy Halapiry ist derzeit noch nicht richtig in Form und spielt unter seinen Möglichkeiten. In 25 Sätzen war er nur in sieben Fällen der Sieger. "Man könnte ja jetzt meinen, der Einsatz von Holländern sei eine reine Kostenfrage. Dem ist nicht so. Es sind einfach klasse Typen, die zu uns passen. Monique Hoogland war Olympiateilnehmerin und hat gerne bei uns gespielt. Die hat zuvor in der Bundesliga schon ihr Geld verdient", relativiert Lindner das Kostenargument. Die Niederländer sind gern gesehene Gäste in unserer Stadt und das, was sie beim BVH sportlich und menschlich abliefern ist ganz bestimmt kein Käse. Im Gegenteil, dass ist niederländische Liberalität und Lebensfreude. Einfach ein richtig gutes Gefühl.

Von Jo Gernoth

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