Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Basketball 1....

„Das stärkste Derby aller Zeiten”

13.09.2009 | 23:23 Uhr

Ob es nun 920 Zuschauer waren, oder „gefühlte” 1200, völlig egal! Sicher ist, dass am Samstag mehr als ein Prozent der Dorstener Bevölkerung in die Petrinumhalle kam, um den Start der neuen Basketball-Saison zu erleben.

Der BSV Wulfen gegen die BG Dorsten, das Superlativ der 1. Regionalliga, das vorweggenommene „Endspiel”, das emotionalste Duell im Dorstener Sport. Und das alles schon am ersten Spieltag. Was soll noch kommen in dieser Spielzeit? Klar: Das Rückspiel am 5. Dezember.

Bis dahin muss die BG Dorsten 83 Tage lang mit der Schmach der 79:94-Derbyniederlage leben. Dass der BSV Wulfen diesen Sieg unter „widrigen” Umständen erkämpfte, macht die Sache für die BG nicht leichter. Denn ein Heimvorteil war nicht ausschlaggebend für den Wulfener Erfolg. Nach dem Brand in der Gesamtschulhalle müssen die Rot-Weißen ihre Spiele in der Petrinumhalle austragen, in Dorsten! Im „Feindesland”.

Dabei fällt den Wulfenern der vorübergehende Umzug nach Dorsten nicht nur emotional schwer. Eine Geschichte davon erzählen die kleinen Patzer, die sich am Samstag in die Choreographie des Derbys einschlichen, Patzer, die in der Gesamtschulhalle undenkbar wären. Licht aus, Spot an, heißt es, wenn die Wulfener in Heimspielen ihre Mannschaft vorstellen. Das klappte nicht. Die Klaviatur der Lichtschalter in der Petrinumhalle ist noch ungewohnt. So ging die Mannschaftsvorstellung eher hakelig über die Bühne. Nach einem Bedienungsfehler streikte nach vier Spielminuten die Anzeigentafel, Wulfens Cheerleader mussten Teile ihres Pausenfüllerprogramms ohne Musik aufführen. Und wenn einmal Musik durch die Lautsprecher brummte, war das nichts im Vergleich zu Wulfener Normalverhältnissen. Der BSV fühlte sich am Samstag noch nicht heimisch. Das sah man zunächst auch auf dem Spielfeld.

„Die Unterstützung der Fans hat uns dann aber doch sehr geholfen”, sagte Philipp Kappenstein. Der Trainer des BSV Wulfen schrieb die Anfangsnervosität aber nicht nur der Halle zu. „So ist das halt im ersten Saisonspiel. Da kann noch nicht alles klappen.” Am Ende ging aus Wulfener Sicht alles gut. „Wir haben nach dem schweren Start über den Kampf wieder ins Spiel gefunden. Das hat mir gefallen, auch wenn ich viele Fehler gesehen habe, die wir möglichst schnell abstellen müssen”, sagte Kappenstein, der mit dem 94:79 seine persönliche Serie ausbaute. Kappenstein hat noch nie gegen die BG Dorsten verloren. Weder als Trainer noch als Spieler.

Alois Buschmann fühlt sich nicht als Verlierer. Der Trainer der BG Dorsten sagte nach dem Spiel: „Das war das spielerisch stärkste Derby aller Zeiten. Auf diesem Level wurde in Dorsten noch kein Basketball gespielt.” Das war ein Lob an den BSV Wulfen, aber auch an die eigene Mannschaft, die über weite Strecken des Spiels dominiert hatte. Das Spiel der BG ließ sich in eine starke und eine schwache Halbzeit aufteilen. Doch Buschmann ging soweit, die Gründe für die Niederlage in den starken 20 Minuten zu suchen. Denn trotz der Überlegenheit seiner Mannschaft in dieser Phase, passierten hier auch die entscheidenden Fehler. „Wir müssen zur Halbzeit mit zehn Punkten führen, dann gewinnen wir das Spiel. Die Chancen dazu waren da.”

Ärgern musste sich Buschmann nur über eine Situation wenige Sekunden vor Spielschluss. „So etwas macht man nicht. Das verstößt gegen den Ehrenkodex”, sagte Buschmann und sprach damit den letzten Dreier von Mike Gordon an. Acht Sekunden vor dem Ende war das Spiel gelaufen. Die BG hatte ihre Verteidigung aufgegeben, schüttelte dem Gegner quasi schon zur Gratulation die Hand. Doch Gordon spielte weiter, setzte dem verdienten Wulfener Sieg noch drei Punkte obendrauf.

Mehr zum Thema:

Felix Hoffmann

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/212220/create

Aktuelle Fotos und Videos
FC Rhade holt den Titel
Bildgalerie
Fotostrecke
U11 krönt die Saison
Bildgalerie
Fotostrecke
SVS besiegt Wettringen
Bildgalerie
Fotostrecke
Schermbeck holt den Pokal
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
100 Jahre und drei Tage
Tennis
Seit 100 Jahren fasziniert Tennis seine Freunde in Dorsten: Der Dorstener TC feiert an diesem Pfingstwochenende an drei Tagen seinen Geburtstag. Und was anderes als Spitzentennis sollte anlässlich dieser Geburtstagsfeier mehr mit Mittelpunkt stehen?
RW Dorsten braucht noch einen Sieg
Fußball
Dorsten. Zwischen dem FC RW Dorsten und dem Aufstieg in die Landesliga steht nur noch ein einziger Sieg. Und den will das Team bereits am Montag bei der DJK Amelsbüren einfahren. Im Anschluss plant die Galvez-Elf einen Stopp in Dülmen, um den SV Lembeck zu unterstützen.