„Da bin ich wieder!“
02.09.2010 | 15:07 Uhr 2010-09-02T15:07:00+0200
Deuten.Rund muss er sein. Der Rest ist ihm egal. Christian Gabmaier ist ballsüchtig, das gibt der 45-Jährige unumwunden zu. Deshalb ließ sich der Trainer des Fußball-Bezirksligisten BVH Dorsten auch nicht lange bitten, als ihn der Nachbarverein TC Deuten zu einem Show-Match auf den Tennis-Court bestellte.
Der TC Deuten ist mittlerweile schon überregional bekannt fürs seine immer wieder frischen Ideen rund um den Tennissport. Im Vorfeld des 30-jährigen Vereinsjubiläums wurde ein Show-Turnier ausgetragen. Einer derjenigen, der sein Können zur Schau stellte, war Christian Gabmaier, Trainer des BVH Dorsten. Eher unfreiwillig ist „Kiki“ zum Protagonisten an der Birkenallee geworden. „Irgendwann rief mich jemand vom TC Deuten an, ob ich Lust hätte, an einem Showmatch teilzunehmen. Warum nicht, meine Kinder spielen doch eh beim TC Deuten, warum soll ich nicht auch mal zeigen, was ich kann“, erzählt Gabmaier.
Zu den Hochzeiten des Tennissports in Deutschland hatte Gabmaier zum letzten Mal gegen den Filzball geschlagen. Das ist 20 Jahre her. Doch bekanntlich spiegelt sich fußballerisches Talent, was Gabmaier ohne Zweifel jahrelang unter Beweis stellte, auch in anderen Sportarten wider.
Ganz ohne Training wird es aber nicht gehen, dass war ihm klar. Sein Gegner Stephan Lesch, ebenfalls ein Rookie im Tennissport, nahm Trainerstunde für Trainerstunde und war vor Ehrgeiz kaum zu bremsen. „Ach, soll er mal machen. Ich habe nicht mal ein eigenes Racket. Das von meinem Sohn reicht allemal“, sagte Gabmaier vor dem Spiel. Und doch musste er trainieren. Sein Privatcoach Jan-Henning Janowitz, selbst bekannt für seine knallharten Vorhandbälle, bereitete ihn behutsam aber mit einer strukturierten Lockerheit auf das Match vor. „Meine Kinder Diandra und Pascal stehen zweimal pro Woche auf dem Trainingscourt. Da war es ein leichtes für mich zu erkennen, worauf es ankommt“, gab sich Gabmaier von Beginn an selbstbewusst ohne übertrieben zu wirken. „Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund, nichtsdestotrotz will ich siegen“.
Wie bei zwei Boxern wurden verbale Seitenhiebe im Vorfeld ausgetauscht. Doch auch im Tennis liegt die Wahrheit auf dem Platz. Vor gut 80 Zuschauern hatte der Chefcoach des Bezirksligisten zunächst leichte Findungsprobleme. Die druckvollen Bälle seines Gegners wollte „Kiki“ zu schnell in Punkte umwandeln. Ein Fehler. Der erste Satz ging mit 7:6 an Lesch. Doch Gabmaier änderte seine Taktik und setzte auf den Faktor Fitness. Mit Erfolg. Die nun immer länger werdenden Ballwechsel zeigten Wirkung. Die Sätze zwei und drei konnte der 46-Jährige dann jeweils klar mit 6:2 für sich verbuchen. Sein Pendant musste neidlos anerkennen, dass hier gegen den Fußballer nichts mehr zu holen war.
„Das hat richtig Spaß gemacht. Einfach mal was anderes als Fußball. Ein dickes Kompliment an den Ausrichter. Was der TC Deuten hier auf die Beine gestellt hat, ist aller Ehren wert. Unsere Kinder fühlen sich in dieser Gemeinschaft sehr wohl und wir genießen die positive Atmosphäre beim TC Deuten“, sagte ein zufriedener Christian Gabmaier. Er hatte sein Ziel erreicht.
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