BSV: Ein reiner Sieg des Willens
01.11.2010 | 21:20 Uhr 2010-11-01T21:20:00+0100
Barkenberg.Der Jubel der Anhänger des BSV Wulfen kannte nach der Schlusssirene keine Grenzen. Knapp, aber hochverdient aufgrund der kämpferischen Leistung, hatten die Korbjäger des BSV Wulfen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer Schwelmer Baskets besiegt.
BSV Wulfen
– Schwelmer Baskets
75:72
Ausgepumpt nach starker Arbeit unter den Körben zog Nino Janoschek das Fazit: „Das war ein Sieg des Willens. Wir hatten eine Schwächephase, haben uns aber wieder ‘rangekämpft. Das war eine super Mannschaftsleistung.“ Und BSV-Trainer Philipp Kappenstein ergänzte: „Das war ein unglaublicher Kampf, wir haben das offensiv stärkste Team der Liga bei 72 Punkten gehalten.“ Getrübt wurde ein aus Wulfener Sicht sportlich erfreulicher Abend allerdings von Rangeleien am Ausgang nach dem Spiel zwischen Anhängern beider Teams, so dass Schwelmer und Wulfener Sicherheitskräfte einschreiten und die Streithähne trennen mussten.
Bereits beim Spiel gegen Bayer Leverkusen kritzelte Wulfens Maskottchen Vobado im dritten Viertel dem Chronisten einen 78:75-Erfolg in den Block - der BSV gewann am Ende mit 77:65. Und auch gegen Schwelm schnappte sich Vobado den Stift und orakelte einen 76:72-Sieg - Wulfen triumphierte mit 75:72. BSV-Chef Christoph Winck auf das Phänomen anzusprechen, schlug fehl - er war nirgends zu finden . . .
Ein bärenstarker Joey Henley auf Wulfener Seite (23 Punkte) prägte in erster Linie das Spiel unter den Körben. Gegen die längenmäßig überlegenen Center der Gäste nutzte der US-Amerikaner seine enorme Wendigkeit, um am Brett immer wieder zu Punkterfolgen zu kommen. Fast im Alleingang zeichnete Henley so auch mit sechs Punkten in Serie für den 11:11-Ausgleich verantwortlich, Nino Janoschek brachte den BSV danach mit 13:11 in Front (7.). Dann war es allerdings mit einer Wulfener Führung für einige Zeit vorbei.
Nach einem 20:17-Vorsprung am Ende des ersten Viertels schossen die Schwelmer US-Boys David Bunts (15/3 Dreier) und Jason Holmes (25/4) die Gäste mit 30:20 in Front (12.) - Kappenstein nahm eine Auszeit. Früh bekam Henley von den bei ihren Entscheidungen nicht immer richtig liegenden Referees danach das dritte Foul verpasst (19.).
Nach der 39:36-Halbzeitführung der Baskets griff Schwelms Scharfschütze Tom Doll erstmals ins Geschehen ein, der Wulfener Aufholjagden jeweils mit einem „Dreier“ konterte. So auch nach dem 51:51-Ausgleich durch Janoschek (28.), Wulfen ging mit einem 54:57-Rückstand ins Schlussviertel. Und das wurde hochdramatisch. Im dritten Viertel hatte sich Wulfens zweiter US-Amerikaner Steve Briggs (26/5) schon mal warmgelaufen, nun lief er zur Hochform auf. Per „Dreier“ brachte Briggs den BSV erstmals wieder mit 63:62 nach vorn (33.) - nun hielt es auf Wulfener Seite kaum noch jemand auf den Sitzen. Nach einigen Wulfener Fehlwürfen - die engagiert geführte Partie hatte hüben wie drüben Kraft gekostet - hatte Schwelm mit 68:67 wieder das Ruder übernommen (38.).
Die Schlussphase war dann gar nichts mehr für schwache Nerven. Briggs - körperlich sicher nicht der Größte auf dem Feld - wuchs im Schlussabschnitt über sich hinaus. Sein Drei-Punkte-Treffer und sein Feldkorb bedeuteten die Wulfener 72:69-Führung 46 Sekunden vor dem Ende.
Jan Sprünken erhöhte nach einem taktischen Foul mit einem Freiwurf auf 73:69, bevor Henley bei einem Ballgewinn ein Foul angekreidet bekam, das nie und nimmer eins war. Der Rebound beim folgenden Schwelmer Angriff ging zum Glück an den BSV und Briggs stellte nach taktischem Foul mit seinen beiden sicher verwandelten Freiwürfen zum 75:69 wenige Sekunden vor Schluss die Weichen auf Sieg. Und danach brachen beim BSV alle Dämme.
06:39
Ja, ja. Diese fanatischen Sicherheitskräfte sind eine Plage. Man müsste Leute haben, die auf sie aufpassen
23:10
Da ich die Rangelei aus nächster Nähe mitbekommen habe möchte ich Richtig stellen, dass kein Wulfener Fan sondern nur Schwelmer und Securities an der Rangelei beteiligt waren!
Und ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass sich diese Situation nur durch ein, meiner Meinung nach, Fehlverhalten Seitens des Wulfener Sicherheitspersonal zugespitzt hat.