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Brachen statt blühender Felder

03.10.2008 | 21:05 Uhr

SV Schermbeck spielt bei Fortuna Köln nur eine Halbzeit lang Fußball und verliert am Ende völlig verdient vor 1000 Zuschauern mit 1:3. Mathias Pfände einmal mehr einziger Torschütze für die Männer um Coach Stroetzel

FUSSBALL NRW-LIGA Fortuna Köln SV Schermbeck 3:1 Schermbeck: Schröder; Talaga, Nawatzki, Schmidt (75. Basol), Hahn, Konowski, Woberschal (77. Bendig), Siebert (84. Bertram), Pfände, Lilaszewski, Djuliman Zuschauer: 1000 Torfolge: 1:0 (22., Handelfmeter), 1:1 (36.) Pfände, 2:1 (70.), 3:1 (78.) Gelbe Karten: Schröder, Schmidt, Siebert Köln. Ja, ja, der Tag der Deutschen Einheit. In Köln ist da offensichtlich etwas falsch verstanden worden. Da verbrüdern sich derzeit Rheinländer und Bayern, was zum einen an einem riesigen Oktoberfest-Zelt neben dem Süd-Stadion zu erkennen ist, zum anderen an zahllosen Frauen in Dirndln mit durchaus klaren Aus- und Ansichten sowie Männern mit Krachledernen in den Straßen des Südens der Kölsch-Metropole. Aber - irgendwie ist in Köln eben immer Karneval, selbst am Einheitstag.

Und im Stadion selbst, in dem einst Bayern München, Schalke 04 oder Borussia Dortmund zum Bundesliga-Fußball gegen den ehemaligen Pokalfinalisten Fortuna (1983, 0:1-Niederlage, ausgerechnet gegen den 1. FC Köln) vorspielten? Tja, da gab es trotz des Einheitstages keine blühenden Gärten. Stattdessen ganz viel Brachland. Vor allem im Schermbecker Mittelfeld. Und diese fußballerische Brache war letztlich auch die Ursache für die am Ende völlig verdiente 1:3-Niederlage des SVS, der vor allem im zweiten Durchgang nicht nur den Faden, sondern auch seine Qualitäten verlor.

Die erste Halbzeit gehörte über weite Strecken der Elf von Martin Stroetzel. Als sich das spielerische Übergewicht auch in Chancen auszuzahlen begann, erwischte wieder mal der berühmte Blitz aus dem alles andere als heiteren Himmel über Köln den SV Schermbeck. Warum Jan Schmidt bei einem Abwehrversuch im eigenen Strafraum den Arm zur Hilfe nahm - ein ungelöstes Geheimnis dieses Tages. Aber, der Arm ging zum Ball, Elfmeter, gar keine Frage. Und - auch keine Frage - der wurde unhaltbar geschossen. 1:0!

Dann der große (und einzige) Auftritt von Mirko Talaga am gestrigen Tag. Er tanzte die gesamte linke Abwehrseite der Kölner aus, flankte butterweich auf den Kopf von Mathias Pfände und das Spiel war mit dem 1:1 wieder offen.

Ganz interessant, was sich dann im zweiten Durchgang den 1000 Zuschauern bot. Nicht etwa eine Kölner Mannschaft, die stärker wurde, sondern eine Schermbecker Elf, die schwächer wurde. Und man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dabei auch konditionelle Gründe eine Rolle spielten. Wurde der Ball in der Abwehr abgefangen, fanden Hahn oder Konowski im seltesten Fall eine Anspielstation im breit besetzten, aber untergetauchten Schermbecker Mittelfeld.

Und irgendwann haben dann auch die Kölner verstanden, dass gegen Schermbeck Gewinnen möglich ist. Beim Kölner Führungstreffer hätte gleich zwei Optionen gegeben, das Tor nicht anzuerkennen, nämlich Handspiel und Abseits. Aber der schwache Unparteiische blieb bei seiner Torentscheidung. Keeper Stefan Schröder wollte es nicht wahrhaben. Und sagte das nicht nur wörtlich, sondern auch mit Gesten. Die Reaktion des Schiedsrichters auf Schröder unterstrich, dass der Unparteiische sich auch nicht sicher war, denn er verwarnte Schröder noch nicht einmal, obwohl dieses Rumgetobe a la Rumpelstielzchen auch Rot wert gewesen wäre (Schröder sah dann später nach einer rotwürdigen Attacke doch noch Gelb). Das 3:1 wenig später war nur noch ein Zugabenteil der Kölner an ihr Publikum. Und selbst Johannes Brilo, immerhin der Kopf des Kicks, stellte fest: "Das war nur wirklich gar nix!"

Völlig richtig!

Von Klaus Rosenkranz

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