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2. Bundesliga

BG Dorsten unterliegt nach Verlängerung

05.02.2012 | 18:03 Uhr
BG Dorsten unterliegt nach Verlängerung

Herten.Zwei bärenstarke Mannschaften, zwei Halbzeiten plus Verlängerung: 820 Zuschauer sahen am Samstag ein nervenaufreibendes Derby mit einem glücklichen Sieger. Die wohl bislang beeindruckendste Saisonleistung der BG Dorsten blieb bei den Hertener Löwen ohne zählbaren Lohn. Das Spiel endete 94:90.

Stolz und Enttäuschung, Freude und Wut kämpften um die Oberhand. Die brisante Gefühlsmischung überforderte Fans und Mannschaft. Auch Torsten Schierenbeck wusste direkt nach Spielschluss noch nicht, ob er lachen oder heulen sollte. Der Trainer zuckte nur wortlos mit den Schultern. Wenige Meter entfernt ließ sich die enttäuschte Mannschaft der BG Dorsten von mehr als 100 mitgereisten Fans feiern und Bruno Kemper blickte noch einmal auf die Anzeigentafel: Verloren! Auch der Vorsitzende musste sich nach 40 Spielminuten plus Verlängerung emotional erst einmal sortieren. Lob gab’s vom Gegner: „Beim Basketball gibt es nun mal kein Unentschieden, auch wenn das heute sicher gerechter gewesen wäre“, kommentierte Hertens Trainer Boris Kaminski.

Die BG Dorsten gewann am Samstag drei der vier regulären Spielabschnitte, war dem gastgebenden Favoriten in Punkto Spielwitz ebenbürtig und verbuchte einen klaren Punktsieg was Moral und Teamgeist anging. Doch am Ende jubelten die Hertener Löwen, die sich auf die Dominanz ihrer Ausnahmespieler verlassen konnten. Die BG hatte dagegen auf ihr Kollektiv gesetzt und Herten als „achtköpfige“ Hydra vor eine Herkulesaufgabe gestellt. Hertens Helden hießen Vincent Kittmann, Zamal Nixon und Joshua Taylor. Das Trio holte 79 Punkte und 21 Rebounds. Dass die drei nicht zu stoppen sein würden, zeichnete sich schon im ersten Viertel ab, das Herten deutlich mit 25:16 gewann.

Doch die mannschaftliche Geschlossenheit der BG schob drohender Eintönigkeit einen Riegel vor. Vincent Kittmann erhöhte Hertens Führung zwar auf elf Punkte (27:16), größer ließ die BG den Rückstand aber nicht mehr werden. Im Gegenteil: Dorsten setzte jetzt mit guter Verteidigung die Akzente. Das zweite Viertel ging mit 23:21 an den Aufsteiger.

Die zweite Halbzeit, sollte für die 820 Zuschauer noch einige Überraschungen parat halten. Der Sieben-Punkte-Rückstand war innerhalb von zwei Minuten Vergangenheit, Tom Lipke glich zum 46:46 aus und John Cadmus sorgte wenig später mit einem Dreier für die Führung (49:48). Dennoch zeichneten sich große Probleme für die BG Dorsten ab. Blake Poole kassierte das vierte Foul. Schierenbeck nahm ihn vom Feld. Tom Lipke verletzte sich und konnte ab der 27. Minute nicht mehr eingesetzt werden. Der 25-Jährige hatte in seiner 20-minütigen Einsatzzeit 16 Punkte und fünf Rebounds geholt. Die Löwen nutzten diese Phase, um sich erneut auf sieben Punkte abzusetzen. Doch die BG antwortete in den letzten 30 Sekunden vor dem Schlussviertel mit zwei Dreiern durch John Cadmus.

In einem hochdramatischen Schlussviertel lag die BG zwei Minuten vor Schluss mit sieben Zählern vorne und schien wie der sichere Sieger. Doch nach dem fünften Foul gegen Poole bekam Herten Oberwasser, glich zwei Sekunden vor dem Ende durch einen Freiwurf von Maik Berger zum 83:83 aus. Verlängerung. Ein hoffnungsloses Unterfangen für die BG, die nun ohne Center spielen musste. Zamal Nixon setzte mit seinen beiden verwandelten Freiwürfen zum 94:90 zehn Sekunden vor dem Ende einen Strich unter die Dorstener Niederlage.

Felix Hoffmann

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