Wie die Väter, so die Söhne

Mehrere Generationen Eishockeyspieler in einem Verein: (hintere Reihe v.l.) Warner Weinberg, Zsolt Heffler und Marcin Schott; (vordere Reihe v.l.) Tom Jeffrey Goldmann, Philipp Heffler und Dennis Schott.
Mehrere Generationen Eishockeyspieler in einem Verein: (hintere Reihe v.l.) Warner Weinberg, Zsolt Heffler und Marcin Schott; (vordere Reihe v.l.) Tom Jeffrey Goldmann, Philipp Heffler und Dennis Schott.
Foto: Heiko Kempken
Was wir bereits wissen
  • Vier aktuelle Eishockey-Spieler der Dinslaken Kobras sind Nachkommen ehemaliger Akteure
  • Tom Goldmann, Philipp Heffler, Dennis Schott und Nikolai Tsvetkov treten in ihre Fußstapfen
  • Die Söhne sind alle mit großem Einfluss ihrer Väter beim Eishockey gelandet

Dinslaken..  Einer war von Anfang an dabei. Warner Weinberg hat sich im Gründungsjahr 1982 dem Dinslakener EC angeschlossen und bis 1991 dort gespielt. 1994 wurde dann sein Sohn Tom Goldmann geboren, der heute für die Kobras spielt, den heutigen Dinslakener Eishockey-Verein. Tom ist einer von vier aktuellen Spielern im Eishockey-Team, deren Vater früher ebenfalls in Dinslaken aktiv war. Die übrigen Spieler sind Philipp Heffler, dessen Vater Zsolt mit Weinberg zusammen gespielt hat, Dennis Schott, den Vater Marcin schon in jungen Jahren zum Eishockey gebracht hat, sowie Nikolai Tsvetkov, dessen Vater Dimitri mal Trainer bei den Kobras war.

„Das Spiel hätten wir nicht verloren“, flachsen die Väter Weinberg, Heffler und Schott mit Blick auf die 3:4-Niederlage in Neuwied. In der Tat haben die drei zu ihrer aktiven Zeit gute Rollen in Dinslaken gespielt. Weinberg und Heffler gehörten der Mannschaft an, die 1989/90 sportlich den Aufstieg in die zweite Liga realisierte, aufgrund der Pleite des Vereins aber nicht dort antreten konnte. „Hätte der Vorstand gesagt ,Es geht nicht, wir sind Dinslaken’, wäre es ok gewesen, aber sie haben immer Druck gemacht“, blickt Weinberg zurück. Damals brauchten die Kobras mehrere Anläufe, um den vom Vorstand geforderten Aufstieg zu realisieren. Als es dann soweit war, war kein Geld mehr da. Viele Anhänger nahmen dem Verein das übel und die Zuschauerzahlen sanken. „Früher hatten wir hier 2000 Zuschauer, das waren andere Zeiten“, erzählt Zsolt Heffler und erinnert sich an Zeiten, als die Oberliga Ende der 80er-Jahre „Straßenbahn Liga“ genannt wurde, weil acht Mannschaften, unter anderem Ratingen, Dortmund und Schalke, aus der näheren Umgebung kamen. „Die Schalker kamen zwei Stunden vorm Spiel und haben hier alles Blau-Weiß gestrichen“, erzählt Heffler, „der Auswärtsblock war voll“.

Marcin Schott spielte von 2002 bis 2006 in der ersten Mannschaft der Kobras und machte zwei Aufstiege von der Landesliga bis in die Regionalliga mit. „Es war immer super Stimmung in der Mannschaft, wir hatten gute Betreuer, die heute noch da sind, und viele Zuschauer von damals sind heute noch da“, hebt Schott eher das Drumherum als das Sportliche hervor.

Die Söhne sind alle mit großem Einfluss ihrer Väter beim Eishockey gelandet. „100 Prozent, ich wurde zum Eishockey-Training mitgenommen, mir hat es gefallen und ich bin dabei geblieben“, berichtet Dennis Schott. „Ich bin früher mit meiner Mutter zu Papas Spielen gefahren und musste mich dann mit sechs Jahren zwischen Eishockey und Fußball entscheiden“, erzählt Philipp Heffler. Tom Goldmann war von Kindesbeinen an auf dem Eis unterwegs. „Ich habe jede Laufzeit mitgenommen, die ging“, erinnert sich Goldmann, dessen Vater in der Eishalle arbeitete und die Laufzeiten dadurch kostenlos „mitnehmen“ konnte.

„Ich habe immer Eishockey gespielt bis auf drei Jahre wegen einer Wirbelverletzung, das war eine schwere Zeit“, erzählt der Stürmer. „Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir unsere besten Freunde und besten Erinnerungen beim Eishockey gefunden haben. Es ist mehr als nur Sport“, sagt Goldmann und findet damit Zustimmung bei seinen Mannschaftskameraden.

An Selbstvertrauen mangelt’s nicht

Die Entscheidung, nach Dinslaken zu gehen, ist jedem der drei leicht gefallen. „Mein Vater hat mir von der tollen Stimmung erzählt und vom fahrtechnischen her ist es okay“, stellt Dennis Schott seine Beweggründe dar, vom Herner EV nach Dinslaken zu wechseln. „Ich bereue die verschiedenen Vereine nicht, ich habe viel gelernt. Aber ich habe in Dinslaken angefangen und möchte hier auch aufhören“, sagt Philipp Heffler. „Ich bin viel gereist in den letzten Jahren, wollte wieder einen festen Job haben und zu Hause sein, da kam kein anderer Verein in Frage“, erzählt Tom Goldmann.

Mit dem Saisonstart bei nur einem Sieg aus vier Spielen ist natürlich keiner der Jungs zufrieden. Alle Drei haben sich vorgenommen, in der laufenden Saison möglichst viel Spielzeit zu sammeln und gute Leistungen zu zeigen. „Mein persönlicher Wunsch wäre es, wenn wir drei in einer Reihe spielen würden, wir würden die Gegner aufmischen. Wir wollen mit Dinslaken so hoch wie möglich kommen und jeder so gut helfen, wie er kann“, sagt Goldmann. An Selbstvertrauen mangelt es keinem der drei. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.