Wichert lacht

Dennis Wichert
Dennis Wichert
Foto: Dombrowski
Was wir bereits wissen
Dinslaken/Lara. Der junge Außenverteidiger hat sich beim Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld mit seiner unbekümmerten Art einen Stammplatz erspielt.

Die Szene passt zu Dennis Wichert. Zum Abschluss des ersten Trainings der Woche verliert er am Montag in Lara das „Eselschießen“ und muss damit bei der nächsten Übungseinheit ein pinkfarbenes T-Shirt tragen. Vorne drauf der Kopf eines Grautiers, hinten die Aufschrift „Esel der Woche“. Und was macht Wichert? Der Verteidiger des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld grinst sich eins und sagt: „Das passt doch super zu meinen Schuhen.“ So unbekümmert agierte der 21-Jährige auch in den meisten Partien des vergangenen Halbjahrs auf dem Platz.

Drittjüngster Spieler

Wenn es zur Winterpause Gewinner im Kader der „Veilchen“ gab, gehört Dennis Wichert dazu. Nach fünf Jahren hatte er im vergangenen Sommer Rot-Weiß Oberhausens U 23-Mannschaft verlassen, bei den „Veilchen“ eroberte er sich als drittjüngster Spieler im Kader nach Lukas Kratzer und Marco Horstkamp gleich einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite. In Oberhausen hätte er die Möglichkeit bekommen können, mit der Regionalliga-Mannschaft zu trainieren; aus beruflichen Gründen ging es nicht: „Das Training ist ja auch morgens um 11 Uhr“, sagt der Defensivspezialist, der als Elektroniker für Betriebstechnik bei der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft arbeitet. Da kam das Angebot aus Hiesfeld gerade recht. Der Wechsel stand bereits frühzeitig Anfang 2014 fest - als RWO am 30. März beim TV Jahn 2:1 gewann, wusste Wichert, dass sein Tor zum 1:0 für sein altes Team nach zehn Minuten ein Treffer gegen sein neues war. „Das hat ja gut gepasst“, findet er rückblickend.

Die jetzige Position im Spiel hat er seit der Zeit in der A-Jugend der „Kleeblätter“ inne, vorher gehörte ihm beim Nachwuchs des MSV Duisburg und des KFC Uerdingen der Platz im linken Mittelfeld oder als „Sechser“. Zweikampfstark und ballsicher präsentierte der Oberhausener sich beim TV Jahn, seinen Nachholbedarf kennt er: „An der Schnelligkeit muss ich arbeiten.“

Er meint die Schnelligkeit in den Beinen. Mit Worten ist er schon mal fix dabei, im Training lässt er sich bei Gelegenheit gerne auf lockere Verbalgefechte wie das nach einem missglückten Pass am Mittwochvormittag mit seinem Coach ein. Vollack: „War das Gras an der Stelle zu hoch für einen vernünftigen Ball?“ Wichert: „Ich hatte Gegenwind.“ Der Konter sitzt.

Punktausbeute verdoppeln

Ernster wird’s, wenn die Analyse für das bisherige Abschneiden ansteht. 36 geschossene Tore sind der drittbeste Wert der Oberliga, mehr als 28 Gegentreffer kassierten nur sieben Mannschaften. Ein Problem der Abwehrreihe, in der Wichert mit Verantwortung trägt? „Nicht alleine“, schüttelt er den Kopf, „wir müssen alle besser gegen den Ball arbeiten, mehr auf dem Platz miteinander sprechen“.

26 Punkte sammelten die „Veilchen“ bisher, zum Saisonende sollen es mehr als doppelt so viele sein, hat sich Wichert vorgenommen. Das ist für einen Verteidiger durchaus offensiv gemeint.